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30. August 2023

Medizinprodukte: Analyse auf Endotoxine und Keimfreiheit

Medizinalplastik

Verunreinigte Medizinprodukte können schwere Folgen für die Patientengesundheit und die Diagnostik haben. Moderne Analysemethoden sind wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements.

In der modernen Medizin sind qualitativ hochwertige Medizinprodukte von entscheidender Bedeutung. Neben einwandfreier Funktionalität ist insbesondere die Keimfreiheit essenziell für eine sichere Anwendung. Egal, ob Spritzen, Laborplastik oder das Zubehör von elektrischen Inhalationsgeräten und Abpumpsystemen für stillende Mütter: Es obliegt der Verantwortung der Hersteller, durch umfassende Analytik die Keim- und Endotoxin-Freiheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Speziallaboren sowie modernste Analyseverfahren sind für das Qualitätsmanagement der Produzenten unerlässlich.

Was sind Medizinprodukte?

Als „Medizinprodukte“ wird ein breites Spektrum von Instrumenten, Maschinen, Software, Materialien und anderen Artikeln, die für medizinische Zwecke verwendet werden, bezeichnet. Medizinprodukte spielen eine entscheidende Rolle bei der Diagnose, der Prävention, der Überwachung oder der Linderung von Krankheiten. Die Produkte reichen von einfachen Verbandsmaterialien, Kanülen oder Laborzubehör wie Petrischalen oder Reagenzgläsern bis hin zu komplexen Implantaten und medizinischen Geräten. In der Schweiz regelt das Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz HMG) den Umgang und die Auflagen für Medizinprodukte. Der Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier steht dabei im Vordergrund.

Die Vorgaben für die Aufbereitung von medizinischen Produkten sind in Artikel 72 der Schweizer Medizinprodukteverordnung geregelt. Sämtliche Medizinprodukte – ob einfach- oder mehrfach anwendbar – müssen gemäss den aktuellen Erkenntnissen der Technik und Wissenschaft sowie den Herstellerangaben und Hygieneanforderungen aufbereitet werden. Dazu zählen üblicherweise Reinigung, Desinfektion, Funktionsprüfung, Verpackung, Sterilisation, Transport und Lagerung. Bei sämtlichen Schritten sind angemessene Methoden einzusetzen, die den aktuellen Standards der Technik und Wissenschaft entsprechen und deren nachweisliche Wirksamkeit innerhalb eines angemessenen Qualitätsmanagementsystems nachvollziehbar und wiederholbar gewährleistet ist.

Hersteller von wiederverwendbaren Medizinprodukten – wie zum Beispiel Abpumpsysteme für stillende Mütter oder elektrische Inhalationsgeräte – sind verpflichtet, den Anwendern die für eine fachgerechte Sterilisation erforderlichen Informationen zu liefern.

Wie werden Keime und Endotoxine auf Medizinprodukten nachgewiesen?

Um sicherzustellen, dass die Medizinprodukte die erforderliche Reinheit und Sicherheit für den beabsichtigten Gebrauch aufweisen, arbeiten Hersteller mit Speziallaboren zusammen, die auf die Medizinprodukt-Analytik spezialisiert sind. Im Rahmen des Qualitätsmanagements der Produktionsfirmen orientiert sich der Umfang der Prüfungen an den gesetzlichen Vorgaben und Normen sowie individuellen Herstellervorgaben.

Die externen Analyselabore wie Biolytix spielen eine zentrale Rolle für die Sicherheit von keimfreien Plastikprodukten. Sie verfügen nicht nur über das entsprechende Equipment, sondern vor allem über das Fachwissen, um verschiedene Analysen durchzuführen. Gleichzeitig nimmt die Beratungsleistung sowie die Entwicklung von individuell auf die jeweiligen Produkte abgestimmten Testverfahren einen hohen Stellenwert ein.

Da Medizinprodukte eine grosse Bandbreite an verschiedensten Produkten umfassen, müssen die Testverfahren je nach Artikel und Verwendungszweck abgestimmt werden. Ein gängiges Verfahren, um Endotoxine nachzuweisen ist beispielsweise der LAL-Test. Um Keime auf Medizinprodukten zu ermitteln beziehungsweise auszuschliessen, gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. Je nach Analyt werden neben ELISA- oder PCR-Test auch klassische kulturelle Methoden zum Einsatz, die jedoch mehr Zeit in Anspruch nehmen als beispielsweise der hochsensitive PCR-Test.

Wichtig zu wissen: Medizinalplastik umfasst ein grosses Spektrum an unterschiedlichen Artikeln – von Verbandsmaterialien über Laborplastik bis hin zu medizinischen Verleihgeräten. Die Analyse-Methoden sind stets produkt- und ressourcenabhängig zu wählen. Eine enge Absprache zwischen Hersteller und den jeweiligen Laboren ist unerlässlich.

Wie kommt es zu Verunreinigungen bei Medizinprodukten?

Medizinprodukte können auf verschiedenen Wegen mit unterschiedlichen Mikroorganismen kontaminiert werden. Bakterien wie Staphylococcus, Streptococcus, E. Coli sowie Pilze und Viren siedeln sich auf den Oberflächen oder in Einzelteilen wie Schläuchen an. Im Kontakt mit Patienten oder Anwendern können sie Infektionen und andere Komplikationen auslösen.

Neben Verunreinigungen durch Keime können Medizinprodukte auch Spuren von Endotoxinen aufweisen. Endotoxine sind toxische Bestandteile von Bakterienzellwänden, die – werden sie im menschlichen Gewebe freigesetzt – gesundheitliche Risiken darstellen können. Die Prüfung von Endotoxinen ist für Medizinprodukte nicht genau geregelt. Es obliegt der Verantwortung der Hersteller, in Zusammenarbeit mit unabhängigen Analyselaboren entsprechende Analysemethoden für ihre Produkte zu entwickeln und umfassend in das Qualitätsmanagement zu integrieren.

Endotoxine können während des Aufbereitungsprozesses auf die Medizinprodukte gelangen. Dies geschieht oft durch den Kontakt mit Bakterien oder deren Zellbestandteilen während der Herstellung, Handhabung oder Lagerung der Produkte.

Keime und Endotoxine auf Medizinprodukten durch:

  • Unzureichende Reinigung und Desinfektion: Mehrfach verwendbare Medizinprodukte müssen nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert oder sterilisiert werden. Wird dieses nicht ordnungsgemäss durchgeführt, können Keime zurückbleiben und sich ausbreiten.
  • Kontakt mit kontaminierten Oberflächen: Medizinprodukte können während der Anwendung oder Handhabung in Kontakt mit kontaminierten Oberflächen geraten. Dies kann beispielsweise durch das Ablegen der Geräte auf nicht sauberen Oberflächen oder durch Berührung mit den Händen oder Handschuhen geschehen, die Keime enthalten.
  • Unsachgemässe Lagerung: Wenn Medizinprodukte nicht ordnungsgemäss gelagert werden, können sie mit Keimen in der Umgebung in Kontakt kommen. Dies kann passieren, wenn Geräte in unhygienischen Umgebungen aufbewahrt werden oder wenn die Lagerbedingungen nicht den empfohlenen Standards entsprechen.
  • Hygienische Mängel in der Herstellung: In einigen Fällen können Medizinprodukte bereits während des Herstellungsprozesses mit Keimen kontaminiert werden – zum Beispiel durch unzureichende Hygienemassnahmen in den Produktionsstätten.
  • Mangelndes Qualitätsmanagement (Wartung): Medizinprodukte müssen regelmässig gewartet und überprüft werden, um sowohl Funktionalität als auch den hygienisch einwandfreien Zustand zu gewährleisten. Mangelnde Kontrollen können zu Endotoxin-Spuren, zu Keimbelastung und zu technischen Defiziten führen.

Welche Gefahr geht von verunreinigten Medizinprodukten aus?

Die Qualität von Medizinprodukten wie Laborplastik – Pipettenspitzen, Probenröhrchen und Co. – ist von entscheidender Bedeutung, um genaue und zuverlässige Ergebnisse in der mikrobiologischen Forschung zu gewährleisten. Keime oder Endotoxine auf diesen Produkten können die Ergebnisse verfälschen und zu falschen Schlussfolgerungen führen.

Besonders schwerwiegende Folgen haben verunreinigte Medizinprodukte, die für die Anwendung am Patienten gedacht sind. Durch pathogene Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Pilze kann es zu Infektionen kommen. Nicht zuletzt können Verunreinigungen die ordnungsgemässe Funktionsweise von Medizinprodukten beeinträchtigen. Die Folgen: falsche Diagnose, suboptimale Behandlung oder ungenaue Überwachung der Patienten beziehungsweise deren Krankheitsverläufen.

Um das Risiko von verunreinigten Medizinprodukten zu minimieren, gibt es strikte regulatorische Vorschriften und Qualitätskontrollen, die von Gesundheitsbehörden und medizinischen Aufsichtsbehörden durchgesetzt werden. Hersteller von Medizinprodukten müssen sicherstellen, dass ihre Produkte den geltenden Normen und Standards entsprechen und umfangreiche Tests durchlaufen, bevor sie auf den Markt kommen dürfen. Ein umfassendes Qualitätsmanagement inklusive regelmässiger Medizinprodukt-Analytik auf Keime und Endotoxine ist für Herstellerfirmen und Anwender wie Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser unerlässlich.

Letztlich spielen Patienten, medizinisches Fachpersonal und Hersteller gemeinsam eine wichtige Rolle, um die Sicherheit von Medizinprodukten zu gewährleisten.

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21. Juli 2023

Mykotoxine in Futtermitteln: eine unterschätzte Gefahr?

Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmengen führen zu einem Anstieg der Schimmelpilzgifte im Mais- und Getreideanbau. Präventive Massnahmen sowie professionelle Kontrollen sichern Tierwohl und Verbrauchergesundheit.

Die Qualität von Tierfutter ist entscheidend für die Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere. – Und damit die Basis für gesunde und unbelastete Erzeugnisse für die Konsumenten und Konsumentinnen. Aber: Neben Rückständen von Pestiziden kommt es in Lebens- und Futtermitteln auch immer wieder zum Nachweis von Mykotoxinen – den giftigen Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen. Die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) schätzt, dass weltweit bis zu 25 Prozent der Nahrungsmittel mit Mykotoxinen belastet sind. Rund 1‘000 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln gehen jährlich in Folge der Belastungen verloren.

Doch wie kommt es zu Mykotoxinen in Futtermitteln? Welche Auswirkungen haben sie auf die Gesundheit der Tiere? Welche Rolle spielen proaktive Kontrollen durch die Hersteller und moderne Analysemethoden?

Mykotoxine in Futter- und Nahrungsmitteln

Mykotoxine sind von Schimmelpilzen gebildete sekundäre Stoffwechselprodukte. Sie können sowohl auf dem Erntegut bereits auf dem Feld als auch während der Lagerung entstehen und somit Lebens- und Futtermittel kontaminieren. Es gibt verschiedene Wege, auf denen Mykotoxine in Lebens- oder Futtermittel gelangen können. Einer dieser Wege ist die Bildung von Mykotoxinen auf dem noch wachsenden Getreide im Feld, zum Beispiel durch das Vorhandensein von Mutterkorn. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass sich Mykotoxine in gelagerten pflanzlichen Produkten entwickeln. Zusätzlich können Mykotoxine über die Nahrungskette in Lebensmittel gelangen. Dies geschieht, wenn die Mykotoxine von Futtermitteln auf Nutztiere übertragen werden und schliesslich in tierischen Endprodukten wie Milch, Eiern oder Fleisch landen.

Sowohl Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) als auch Pflanzentoxine (Toxine, die von Pflanzen selbst produziert werden, auch bekannt als Phytotoxine) gehören zu den unerwünschten Substanzen in Lebens- und Futtermitteln. Längere Feuchtwetter-Perioden mit vielen Niederschlägen bei gleichzeitig warmen Temperaturen erhöhen die Mykotoxin-Belastung im Getreide sowie im Stroh. In den letzten Jahren hat die Problematik von Verpilzung (hauptsächlich durch Fusarien) in Bezug auf Häufigkeit und Intensität zugenommen. Gemäss der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) fördern die durch den Klimawandel bedingten steigenden Temperaturen sowie eine erhöhte CO2-Konzentration in der Luft und geänderte Niederschlagsverteilungen die Ausbreitung von Schimmelpilzen vor allem bei Mais und Getreide. Die Auswirkungen können zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden in der Tierhaltung führen.

Im Rahmen der Futter- und Lebensmittelüberwachung sind insbesondere folgende Mykotoxin-Gruppen relevant:

  • Aflatoxine
  • Ochratoxin
  • Fusarien-Toxine
  • Mutterkornalkaloide
  • Alternaria-Toxine
  • Patulin
  • Citrinin

Einen gesetzlichen Höchstwert gibt es nur für Aflatoxin. Für andere Mykotoxine bestehen Richtwerte für die Obergrenze, die auf den EU-Empfehlungen basieren.

Mykotoxine – Auswirkungen auf das Tierwohl

Mykotoxine im Tierfutter verursachen verschiedenen gesundheitliche Probleme bei den Tieren. Sie können sich auf den Stoffwechsel, das Immunsystem sowie die Leistungsfähigkeit der Tiere auswirken. Unter anderem kann es zu Verdauungsstörungen, Leberschäden, einem beeinträchtigten Immunsystem sowie zu Fortpflanzungsproblemen kommen. In besonders schlimmen Fällen – beispielsweise in der Milchviehwirtschaft – führen Mykotoxine zu seuchenhaftem Abortgeschehen sowie zu massivem Rückgang der Milchproduktion. Die Auswirkungen können sowohl akut als auch chronisch sein und variieren je nach Tierart und Mykotoxin.

Nicht nur für Tiere stellen Mykotoxine eine Gefahr dar – auch die Verbrauchergesundheit ist betroffen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von mykotoxisch belasteten tierischen Produkten und gesundheitlichen Problemen beim Menschen. Insbesondere Mykotoxine wie Aflatoxine, Ochratoxin A und Deoxynivalenol (DON) können beim Menschen Krebs, Lebererkrankungen und andere gesundheitliche Probleme verursachen. Daher ist die Kontrolle von Mykotoxinen nicht nur für die Tiergesundheit, sondern auch für die Lebensmittelsicherheit von grosser Bedeutung.

Diagnostik von Mykotoxinen in Futtermitteln

Neben der Belastung in Heu und Stroh, kommen hohe Mykotoxin-Konzentrationen häufig in Silagen vor. Grün oder blau verfärbte Futterklumpen sind deutliche Hinweise dafür, dass eine genaue Kontrolle erforderlich ist. Wird eine erhöhte Belastung vermutet, sollte zwingend eine Futteranalyse durchgeführt werden. Stark kontaminierte Teile sind zu entsorgen.

Die Analyse und Kontrolle von Mykotoxinen in Futtermitteln sind entscheidend, um die Gesundheit und Produktivität der Nutztiere zu gewährleisten. Der herkömmliche Mykotoxin-Nachweis kann durch verschiedene Laboranalysen erfolgen. Speziallabore wie Biolytix beispielsweise haben langjährige Erfahrungen in der Futtermittelanalyse. Standardmässig werden chromatographische Techniken durchgeführt. Besonders zuverlässig und präzise identifizieren hochspezialisierte Analyseverfahren wie die Flüssigchromatographie (HPLC) und die Massenspektrometrie (MS) eine breite Palette von Mykotoxinen in Futtermitteln. Die zuverlässigsten Ergebnisse werden mit der HPLC-Methode erzielt. Daneben bietet die ELISA-Methode ein orientierendes Screening hinsichtlich mehrerer Fusarien-Toxine.

Mykotoxinen im Futter vorbeugen

Durch regelmässige Kontrollen können mögliche Risiken frühzeitig erkannt und Gegenmassnahmen ergriffen werden. Präventive Massnahmen direkt beim Anbau sorgen zusätzlich für ein geringeres Mykotoxin-Risiko. So sollten Bestände unter anderem nicht zu dicht angepflanzt werden. Mais als Vorfrucht vor Getreide sollte vermieden werden oder aber das Maisstroh gründlich zerkleinert und eingearbeitet werden. Bei der Vorratslagerung sollten Feuchtigkeit und Temperatur regelmässig kontrolliert werden, um Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Eine regelmässige Reinigung und Desinfektion der Lager- und Verarbeitungseinrichtungen sind weitere wichtige Schritte, um Kontaminationen zu reduzieren. Insgesamt sind eine gute Qualitätskontrolle der Rohstoffe sowie die sorgfältige Auswahl und Überwachung der Lieferanten ebenfalls unerlässlich, um das Risiko von Mykotoxinen in Futtermitteln zu reduzieren.

Da es auch bei regelmässiger Kontrolle sowie bester Rohstoffauswahl zu Mykotoxin-Belastungen kommen kann, verwenden einige Erzeuger bei besonders sensiblen Tiergruppen so genannte Mykotoxin-Binder. Diese reduzieren die Aufnahme der Schadstoffe in den tierischen Stoffwechsel, indem sie die Toxine im Verdauungstrakt binden.

Konstante Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette

Die Kontrolle von Mykotoxinen in Tierfutter ist ein wichtiger Bestandteil der Tiergesundheit und des Tierwohls. Durch eine konsequente Diagnostik und präventive Massnahmen können Risiken minimiert und die Qualität des Tierfutters verbessert werden. Zukünftig ist zu erwarten, dass sich die Methoden zur Diagnostik weiterentwickeln und noch präziser werden. Auch innovative Lösungen zur Prävention von Mykotoxinen, wie zum Beispiel natürliche Zusatzstoffe, könnten vermehrt eingesetzt werden, um die Tiergesundheit zu schützen.

Insgesamt erfordert das Thema Mykotoxine im Tierfutter eine erhöhte Aufmerksamkeit und ein bewusstes Handeln aller Beteiligten entlang der gesamten Lieferkette. Nur durch eine Kombination aus regelmässigen Analysen, strengen Kontrollen und präventiven Massnahmen kann die Belastung von Mykotoxinen in Futtermitteln reduziert und die Gesundheit der Nutztiere sowie das Wohl der Endverbraucher langfristig gesichert werden.

 

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12. Juli 2023

Pestizide in der Landwirtschaft: Auswirkungen und Alternativen

Pestizide Landwirtschaft

Die landwirtschaftliche Produktion ist eng mit dem Einsatz von Pestiziden verbunden. Neben Pestizidrückständen in Lebensmitteln und im Grundwasser, hat ihr Einsatz auch Folgen für die biologische Vielfalt. Doch welche Alternativen haben Hersteller und wie gewährleisten sie die Sicherheit ihrer Produkte?

Rund 2,000 Tonnen Pestizide werden in der Schweizer Landwirtschaft jährlich eingesetzt, um Ernteausfälle durch Schädlinge oder Krankheiten zu verhindern. Dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Co. nicht nur in der Schweiz mit Risiken verbunden ist, ist seit langem bekannt. Immer wieder werden Pestizidrückstände im Grundwasser oder in Lebensmittelproben gefunden. Innerhalb der Europäischen Union soll der Pestizideinsatz bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden. Die Schweiz hat bereits 2017 den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel etabliert. Pestizidrisiken sollen halbiert sowie Alternativen zu chemischen Mitteln gefördert werden. Neben Auflagen von Politik und Behörden, liegt der Grossteil der Verantwortung bei den landwirtschaftlichen Erzeugern selbst. Durch einen verantwortungsvollen Umgang, der Offenheit für nachhaltige Pflanzenschutzmethoden sowie sorgfältigen Analysen tragen sie massgeblich dazu bei, das Pestizidrisiko langfristig zu senken.

Pestizide in der Schweiz: Rückstände im Grundwasser und auf Lebensmitteln

Weltweit werden grosse Mengen an Pestiziden in der Landwirtschaft eingesetzt. Allein innerhalb Europas waren es 2020 fast 500’000 Tonnen. Zwar ist der Verkauf von Pestiziden in der Schweiz zwischen 2011 und 2019 zurückgegangen. – Doch noch immer werden grosse Mengen an Pestiziden zur Schädlingsbekämpfung verwendet. Zu den am häufigsten aufgebrachten Mitteln gehören Fungizide, Insektizide sowie das Herbizid Glyphosat. Die Chemikalien werden in der Landwirtschaft verwendet, um Pilzkrankheiten, Schädlinge und Unkraut zu bekämpfen.

Immer wieder werden in Lebensmittelproben Pestizidrückstände gefunden. Besonders betroffen sind Obst- und Gemüsesorten, aber auch Getreideprodukte. Auch im Schweizer Grundwasser werden jährlich Rückstände von Pestiziden oder von ihren Abbauprodukten, den Metaboliten, festgestellt. Besonders das intensiv bewirtschaftete Mittelland ist betroffen. Das Problem: Für Metaboliten gibt es keine definierten Höchstwerte – obwohl sie deutlich mobiler und langlebiger sind als die eigentlichen Wirkstoffe der Pestizide. So wurde in Proben unter anderem der Wirkstoff Atrazin nachgewiesen – ein Herbizid, welches seit 2007 nicht mehr zugelassen ist.

Der Einfluss von Pestiziden auf Mensch und Umwelt

Der regelmässige Konsum von Lebensmitteln mit Pestizidrückständen kann potenzielle Risiken für die Gesundheit mit sich bringen. Einige Pestizide wurden mit der Entstehung von Krebs, hormonellen Störungen, neurologischen Erkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihr Organismus noch empfindlicher auf schädliche Substanzen reagieren kann.

Auch die Umwelt sowie die Biodiversität leiden unter dem Einsatz von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden. So hat die Schweiz seit 1920 rund 60 Prozent ihrer Artenvielfalt auf den Äckern eingebüsst. Darüber hinaus beeinträchtigt der Pestizideinsatz in der Schweizer Landwirtschaft auch die Bodenfruchtbarkeit. Studien haben gezeigt, dass sich Pestizide auch negativ auf die Bodenorganismen auswirken können. Die aber sind massgeblich für den natürlichen Nährstoffkreislauf sowie die Bodenqualität verantwortlich. Langfristig kann es zu einer verringerten Bodenfruchtbarkeit kommen und damit die landwirtschaftliche Produktion gefährden.

Verantwortung der Hersteller: Reduzierter Einsatz und regelmässige Analysen

Neben Politik und Behörden stehen auch die landwirtschaftlichen Betriebe in der Verantwortung, die Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Eine Möglichkeit besteht darin, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren und alternative Ansätze wie biologischen Anbau und integrierten Pflanzenschutz zu fördern. Durch den Einsatz von natürlichen Feinden der Schädlinge oder resistenteren Pflanzensorten kann der Bedarf an Pestiziden verringert werden. Zudem ist eine sorgfältige Anwendung der Pestizide nach den geltenden Richtlinien wichtig, um das Risiko von Rückständen in Lebensmitteln zu minimieren.

Ein wichtiger Schritt besteht in der regelmässigen Überprüfung der Produkte auf Pestizidrückstände. Hierfür kommen Analyseverfahren zum Einsatz, die eine genaue Quantifizierung und Identifizierung von Pestiziden ermöglichen. Gängige Analysetechniken umfassen die Gaschromatographie (GC) und die Flüssigchromatographie (HPLC) in Kombination mit der Massenspektrometrie (MS). Diese Verfahren erlauben eine sensitive Detektion und Bestimmung von Pestizidrückständen in Lebensmitteln. Labordienstleister wie Biolytix sind auf Pestizidanalytik spezialisiert. Die Kooperation mit Speziallaboren leistet einen massgeblichen Anteil, um die Produktqualität landwirtschaftlicher Erzeugnisse unabhängig zu überprüfen. Gleichzeitig unterstützen sie die Hersteller dabei, die Ergebnisse zu interpretieren sowie geeignete Massnahmen umzusetzen, um Pestizidrückstände langfristig zu reduzieren.

Effektive Alternativen etablieren – nachhaltiger Pflanzenschutz

Um einen nachhaltigeren Umgang mit Pestiziden in der Landwirtschaft zu fördern, gibt es alternative Ansätze und Praktiken. So gewinnt der biologische Landbau, der auf den Einsatz von synthetischen Pestiziden verzichtet, in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Als moderne Methode gilt die Agroforstwirtschaft. Hierbei werden Bäume und Sträucher in die landwirtschaftlichen Flächen integriert, um die natürliche Schädlingsbekämpfung zu unterstützen. Ein weiterer Ansatz ist die Förderung der ökologischen Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen. Indem Lebensräume für Insekten und andere Tiere geschaffen werden, können natürliche Feinde von Schädlingen gefördert werden, um den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.

Insgesamt ist der Einsatz von Pestiziden – nicht nur in der Schweizer Landwirtschaft – mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt und die Biodiversität verbunden. Politik und Behörden sind weiterhin in der Pflicht, alternative Ansätze beziehungsweise deren Entwicklung zu fördern, umzusetzen und weitreichende Kontrollen zu etablieren. Hinsichtlich der Sicherheit von Verbrauchern und Verbraucherinnen sind massgeblich die Hersteller verantwortlich. Durch den proaktiven Einsatz von alternativen Methoden sowie durch konstante Analysen beziehungsweise durch die Kooperation mit erfahrenen Dienstleistern, sorgen sie dafür, dass ihre Produkte den Qualitätsstandards entsprechen und gesetzliche Grenzwerte eingehalten werden.

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1. Juni 2023

Salmonellen in Geflügel: Schutz vor pathogenen Keimen im Fleisch

Salmonellen Geflügel

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Infektionen durch verunreinigtes Fleisch. Vor allem Geflügel gilt als risikobehaftet. Strenge Hygienemassnahmen, regelmässige Kontrollen und ein verbessertes Bewusstsein sorgen für rückläufige Zahlen.

Salmonellen (Salmonella spp.): Sie zählen zu den häufigsten krankheitserregenden Bakterien in Lebensmitteln. 2019 gab es innerhalb Europas mehr als 90‘000 Infektionen. Besonders oft werden Salmonellen in Fleisch (vorrangig Geflügel), in Eiern sowie in nicht-pasteurisierten Milchprodukten nachgewiesen. Zuletzt führte tiefgefrorenes Geflügelfleisch aus dem Vereinigten Königreich in 2021 zu mehr als 300 zusammenhängenden Fällen von Salmonellose in mehreren europäischen Ländern sowie in Kanada.

In der Schweiz gelten Salmonellen nach Campylobacter als zweithäufigste lebensmittelbedingte Durchfallursache. Die Infektionszahlen in Geflügelherden hierzulande sind jedoch rückläufig – ein Hinweis darauf, dass die gesetzlichen Sicherheitsmechanismen wirken. Vor allem die Massnahmen, um den Erreger bei Legehennen zu bekämpfen, wurden seit den neunziger Jahren entscheidend vorangetrieben.

Salmonellen – ein weit verbreiteter Krankheitserreger

Salmonellen kommen weltweit vor. Die Bakterien leben beispielsweise – ebenso wie E.Coli – im Magen-Darm-Trakt verschiedener (Nutz-)Tiere. Die Keime sind robust und kommen auch mit starken Temperaturschwankungen sowie Minustemperaturen zurecht. Besonders häufig vermehren sie sich bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad. In den Sommermonaten gibt es daher besonders viele Salmonelleninfektionen (Salmonellose). Sie treten meist plötzlich mit starkem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Kopf- und Bauchschmerzen auf. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem sowie bei älteren Menschen, Schwangeren und Kindern, können die Bakterien lebensbedrohliche Auswirkungen haben.

In der Regel infizieren sich Betroffene, indem sie verunreinigte Lebensmittel verzehren. Mangelnde Hygiene wie schmutzige Schneidebretter oder Messer sind ebenfalls Nährböden für die pathogenen Keime. Salmonellen zählen zu den meldepflichtigen, ansteckenden Krankheiten. Durch Schmierinfektionen werden sie von Mensch zu Mensch übertragen. Gute Küchenhygiene, regelmässiges Händewaschen sowie das Erhitzen von Lebensmitteln wie Eiern oder Fleisch werden zum Schutz der Verbraucher empfohlen.

 

Besonders betroffen: pathogene Keime im Geflügelfleisch

Geflügelfleisch gilt als risikobehaftet. Die Tiere können von Natur aus pathogene Mikroorganismen wie Salmonellen und Campylobacter enthalten. Verunreinigtes Wasser und Futter sowie infizierte Tiere, die keine Symptome zeigen, sind häufige Quellen für Herdenerkrankungen mit Salmonellen.

Die Infektionen bei Hühnern werden durch die Übertragung über das Brutei stark beeinflusst. Die Erreger werden auf das Ei übertragen und infizieren die Küken. Die Folge: weitere Ansteckungen in der Brutanlage. Beim Schlachten und Verarbeiten gelangen die Salmonellen schliesslich auf die Fleischprodukte. Herrscht zusätzlich mangelnde Hygiene in den Produktionsstätten, haben die Keime gute Überlebens- und Vermehrungschancen.

Strenge Regeln in der Schweiz zum Schutz vor pathogenen Keimen

In den letzten Jahren ergriffen die Schweizer Behörden mehrere Massnahmen, um das Problem einzudämmen. Vor allem für die Geflügelproduktion gibt es strenge Hygienerichtlinien sowie Qualitätskontrollen. So wird beispielsweise jeder Zuchtbetrieb von einem schweizweiten Beratungsdienst unterstützt. Zudem werden Schulungen für Geflügelproduzenten durchgeführt, um das Bewusstsein für das Infektionsrisiko zu schärfen und entsprechende Vorsichtsmassnahmen zu implementieren. Geflügelherden werden im Rahmen eines Bekämpfungsprogramms (TSV Artikel 255-261) regelmässig auf Salmonellen kontrolliert.

Darüber hinaus sind die Hersteller in der Pflicht: Sie müssen eigenverantwortlich ihre Haltungsbedingungen überwachen und beispielsweise verhindern, dass Mäuse oder Vögel Zugang zu Futter- und Wasserstellen bekommen. Die Ställe müssen regelmässig desinfiziert sowie strikte Hygienerichtlinien während Schlachtung und Verarbeitung eingehalten werden. Geflügelhalter, die ihr Geflügel auf Salmonellen untersuchen, müssen zudem die Einstallung jeder Herde in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) melden.

Moderne Analysemethoden weisen Keime zuverlässig nach

Um ihre Produkte zu testen, arbeiten die meisten Hersteller mit externen Anbietern zusammen. Speziallabore wie Biolytix nutzen verschiedene Analysemethoden, um Salmonellen nachzuweisen. Eine gängige Methode ist die Kultivierung der Keime auf Nährböden, um die isolierten Bakterienkolonien zu identifizieren. Besonders schnell (zwischen 24 und 36 Stunden) können pathogene Organismen durch kombinierte real-time-PCR-Verfahren ermittelt werden. Weitere, noch präzisere sowie zeit- und kosteneffiziente Methoden sind auf dem Vormarsch. So testet Biolytix in Zusammenarbeit mit dem Swiss Tropical- and Public-Health-Institute (Swiss TPH) aktuell, kosteneffiziente Next-Generation-Sequencing-Analysen (NGS) zu implementieren. Mittels NGS können Mikroorganismen äußerst präzise und umfassend analysiert werden; Keime lassen sich zuverlässig, schnell und effizient nachweisen.

Insgesamt sind die Zahlen in der Schweiz rückläufig: Der Anteil positiver Proben aus Schweizer Geflügelfleischbeständen liegt jährlich zwischen 0.2 und zwei Prozent. Das flächendeckende Überwachungsprogramm sowie die zuverlässige Selbstkontrolle der Produzenten scheinen zu wirken. Bei importiertem Geflügelfleisch liegen die Prozentzahlen deutlich höher. Durchschnittlich 15 Prozent der Proben sind pro Jahr mit Salmonellen verunreinigt.

Konsequente Hygienemassnahmen, sorgfältige Kontrollen sowie geeignete Analysemethoden werden auch künftig erforderlich sein, um das Risiko von Salmonelleninfektionen zu minimieren und die Sicherheit von Geflügelprodukten zu gewährleisten.

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9. Mai 2023

GVO in Futter- und Nahrungsmitteln: Herausforderungen für Produzenten und Analytik

GVO in Futter- und Nahrungsmitteln

Der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist in der Schweiz weiterhin verboten. Doch Importe, Toleranzgrenzen und neue Techniken der Pflanzenzüchtung machen die GVO-Analytik wichtiger denn je.

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind seit langem ein kontrovers diskutiertes Thema in der Lebensmittelindustrie und in der Landwirtschaft. Ihr Einsatz ist in der Schweiz stark reguliert. Während das Anbauverbot von GVO in der Schweiz bis 2025 verlängert wurde, dürfen sie dennoch in Tierfuttermitteln und Saatgut sowie deren Importkörnern verbreitet werden – mit entsprechend strikten Genehmigungsprozessen.

Das Problem: Mit immer grösserem Anteil von GVO in der Landwirtschaft – weltweit werden gentechnisch veränderte Pflanzen auf etwa 190 Millionen Hektar angebaut – sowie immer längeren Transportwegen, kann es zu Kontaminierungen oder unzureichender Kennzeichnung kommen. Zudem werden verstärkt neue Züchtungsmethoden eingesetzt, die eine Nachverfolgung von Gen-Manipulationen erschweren – herausfordernd sowohl für die (landwirtschaftlichen) Produktionsbetriebe als auch für die Analytik.

Was bedeutet GVO?

Unter GVO werden Organismen verstanden, bei denen das Genmaterial auf künstliche Weise verändert wurde. Ziel einer solchen Veränderung ist es, dem Genmaterial neue Eigenschaften hinzuzufügen. Dies kann bei einer Pflanze beispielsweise eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten sein. Vorreiter unter den angebauten GVO sind Soja, Mais und Raps. Erfolgen kann die Veränderung mittels verschiedener Technologien, beispielsweise der Übertragung von Genmaterial von einer Pflanzenart zur anderen. Besonders in den letzten Jahren hat sich allerdings die Genom-Editierung entwickelt, die mittels eines Enzymsystems das Erbgut spurlos verändert und somit die Risikobewertung vor neue Fragen stellt. Das bekannteste neue Verfahren ist CRISPR/Cas9. Dahinter verbirgt sich eine molekularbiologische Methode, um DNA gezielt zu schneiden und zu verändern. Der Zweck: einzelne Gene zu editieren und die Züchtung von Nutzpflanzen präziser, schneller und günstiger zu machen.

Welche GVO-Richtlinien gelten in der EU?

Grundsätzlich dürfen GVO in der EU angebaut und in Umlauf gebracht werden. Jedoch unterliegt ihre Zulassung einer strengen und gründlichen Risikobewertung. So wurde bisher innerhalb der EU lediglich eine Mais-Sorte Ende der neunziger Jahre als GVO zugelassen – diese Zulassung ist aktuell ausgelaufen. Bei den weiteren 58 zugelassenen Organismen, handelt es sich um Importe – allen voran Sojabohnen für die Verwendung als Futtermittel.

Sämtliche gentechnisch veränderten Organismen wie beispielsweise landwirtschaftliche und gartenbauliche Nutzpflanzen, müssen in der EU gekennzeichnet werden. Diese Pflicht gilt ebenso für Produkte, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Nicht gekennzeichnet werden müssen Lebensmittel, Zutaten und Zusatzstoffe, die mithilfe gentechnisch veränderter Mikro-Organismen produziert wurden. Beispiele hierfür sind Trägerstoffe wie Aromen oder Vitamine sowie technische Hilfsstoffe. Ebenfalls nicht deklarationspflichtig sind Lebensmittel die mit kleinsten GVO-Mengen verunreinigt sind. Hier gilt die EU-Obergrenze von 0.9%.

Welche GVO-Regelungen gelten in der Schweiz?

In der Schweiz ist der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen bis auf wenige bewilligungspflichtige Ausnahmen ausschliesslich für Forschungszwecke erlaubt. Seit Ende 2005 gilt in der Schweiz aufgrund einer Volksabstimmung ein Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen. Bisher wurde dieses viermal – zuletzt bis Ende 2025 – verlängert. Gleichzeitig wird intensiv geprüft, wie künftige risikobasierte Regelungen für die neuen Züchtungsverfahren aussehen könnten. Bis Mitte 2024 soll entschieden werden, wie in der Zukunft mit GVO aus neuen Methoden wie beispielsweise der Genom-Editierung umgegangen werden soll.

Vollständig verboten sind GVO-Produkte in der Schweiz nicht – vier Maissorten und eine Sojasorte sind als importierte, deklarationspflichtige GVO-Erzeugnisse zur Verwendung in Lebensmitteln bewilligt. Auch gentechnisch veränderte Futtermittelzutaten dürfen nach BLV-Zulassung importiert werden. Grundsätzlich gilt: Sämtliche GVO-Lebens- und Futtermittel müssen gekennzeichnet werden. Mit einem regelmässigen und umfassenden Monitoring von Importsaatgut und von vermehrungsfähigem Pflanzenmaterial, soll die Gesetzeskonformität der Branchen sichergestellt werden. Toleriert werden Spuren von bewilligten GVO von bis zu 0.5% bei Lebensmitteln beziehungsweise 0.9% bei Futtermitteln. Liegt der Wert höher, müssen Nahrungs- und Tierfuttermittel als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden. Auch unbeabsichtigte Spuren zuvor nicht bewilligter gentechnisch veränderter Organismen können unter Umständen toleriert werden. Bedingung: Es handelt es sich um eine vom BLV genehmigte Pflanze, der Anteil übersteigt die 0.5-%-Grenze nicht und der Produzent oder Händler kann nachweisen, dass alle Massnahmen zur Vermeidung ergriffen wurden. – Erst dann kann das Erzeugnis in Umlauf gebracht werden.

Warum ist die GVO-Analytik so wichtig?

Vor allem stark verarbeitete Produkte sowie neue Züchtungsmethoden fordern die Analytik heraus. Zudem steigt durch die zunehmende Zahl der weltweiten GVO-Anbauflächen die Wahrscheinlichkeit der unbeabsichtigten Verbreitung von gentechnisch veränderten Organismen. – Es wird immer schwieriger, GVO von konventionellen Pflanzen zu unterscheiden. Diese Faktoren in Kombination mit den unterschiedlichen GVO-Gesetzen und Verordnungen der zahlreichen Importländer machen eine umfassende Analytik unumgänglich.

Spezialisierte Labore und hochprofessionalisierte Analyseverfahren identifizieren GVO schnell und zuverlässig und gewährleisten, dass die Kennzeichnungspflicht eingehalten wird. Aufgrund der aktuellen Toleranzvorschriften ist besonders die Quantifizierung der GVO-Bestandteile essenziell für Hersteller oder Händler, um der Deklarationspflicht gerecht zu werden. Für die Landwirtschaft hingegen ermöglicht die GVO-Analyse eine Überprüfung dieser Pflicht und stellt somit die Qualität der eigenen Produktion sicher.

Erfahrene Analyselabore wie Biolytix arbeiten mit akkreditierten Methoden, um selbst kleinste GVO-Spuren quantitativ und qualitativ zu identifizieren. So werden verschiedene real-time PCR-Verfahren zum Screening angewandt. Diese weisen selbst bei komplexen und hochverarbeiteten Lebens- und Futtermitteln ebenso wie in Saatgutproben, Tabak oder Schnittblumen einzelne GVO-Bestandteile nach und informieren darüber, wie hoch der GVO-Anteil im entsprechenden Produkt ist.

Was ist das Non-GMO-Label?

Auch ausserhalb Europas, beispielsweise in den USA, werden genetisch veränderte Lebensmittel stark diskutiert. Hersteller und Verarbeitungsbetriebe, die ihre Produkte in die USA exportieren und hierfür ausdrücklich als GVO-frei kennzeichnen möchten, können sich für das Non-GMO-Label zertifizieren lassen. Biolytix beispielsweise arbeitet mit Bioaudix  zusammen. Gemeinsam wurde das Non-GMO-Label entwickelt. Bioaudix ist Teil des Process Verified Programs (PVP) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) und wird regelmässig von den amerikanischen Behörden auditiert, um sicherzustellen, dass die Zertifizierungsprozesse den Standards entsprechen. Das Programm soll Unternehmen und Hersteller unterstützen, bestimmte Produktionsprozesse zu verifizieren und Verbraucher transparent und zuverlässig über die Herkunft und Qualität von Lebensmitteln zu informieren. – Der hohe europäische Standard wird vor allem in den USA von Verbrauchern geschätzt.

Neben der Beachtung der gesetzlichen Regelungen sowie der Deklarationspflicht beziehungsweise dem Non-GMO-Labelling, geht es bei der GVO-Analytik von Futter- und Lebensmitteln vor allem um eines: die Risikominimierung. Schliesslich sind die Auswirkungen von GVO auf Mensch, Tier und Umwelt schwer einzuschätzen, da entsprechende Langzeiterfahrungen sowie Forschungsgrundlagen fehlen. Die nicht bewilligte Freisetzung von GVO kann sowohl die Gesundheit als auch die Biodiversität gefährden. Gleichzeitig gilt es eine risikobasierte Lösung in Hinblick auf die neuen Züchtungsverfahren zu finden. Wie auch immer diese aussehen mag: Die fundierte GVO-Analytik wird auch zukünftig entscheidend für die Einhaltung beschlossener Regelungen sowie für die Sicherheit von Konsumenten und Natur sein.

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27. März 2023

Haltbarkeit von Lebensmitteln: 4 Fakten für Hersteller und Konsumenten

Haltbarkeit-Lebensmittel

Sichere Angaben zur Produkthaltbarkeit sind für den Verbraucherschutz unerlässlich. Die Sorgfaltspflicht liegt bei den Herstellern – doch auch die Konsumenten müssen ihr Bewusstsein ändern.

Lebensmittelverpackungen enthalten zahlreiche Informationen. Die Zutatenliste, mögliche Allergene, Angaben zum Hersteller sowie zu Gewicht oder Menge und entsprechende Haltbarkeitsdaten tragen zum Verbraucherschutz bei. Durch Angaben zur Haltbarkeit von Lebensmitteln erfüllen Hersteller die gesetzlichen Anforderungen zur Nahrungsmittelkennzeichnung. Damit entsprechen sie den nationalen und internationalen Vorschriften zur Lebensmittelhygiene – und informieren die Konsumenten darüber, wie lange ein Produkt qualitativ hochwertig und sicher zum Verzehr bleibt.

Doch was genau bedeuten eigentlich Hinweise wie „Mindestens haltbar bis“ oder „Zu verbrauchen bis“? Mit welchen Verfahren ermitteln Hersteller die Haltbarkeit ihrer Produkte und müssen abgelaufene Lebensmittel wirklich direkt entsorgt werden? Der nachfolgende Artikel liefert wichtige Fakten rund um das Thema Lebensmittelhaltbarkeit.

1. Mindesthaltbarkeits- vs. Verbrauchsdatum

Die meisten Lebensmittel im Handel wie beispielsweise Joghurt, Butter, Säfte oder Reibekäse haben ein so genanntes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Es gibt an, bis zu welchem Datum das Produkt bei sachgemässer Lagerung seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch oder Farbe behält. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Garantieerklärung des Herstellers: Bis zum Erreichen des entsprechenden Datums bleibt die Qualität eines Produkts unverändert. Wenn die angegebene Mindesthaltbarkeit nur unter bestimmten Temperaturen oder sonstigen Bedingungen gewährleistet werden kann, ist ein entsprechender Hinweis anzubringen. Nach Ablauf des MHD können die meisten Lebensmittel weiterhin unbedenklich verzehrt werden – sofern sie geruchlich und geschmacklich unauffällig sind.

Leicht verderbliche Lebensmittel wie zum Beispiel frische Fleisch- oder Fischprodukte sowie Frischkäse oder Fertigsalate, müssen mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet werden. Dieses gibt an, bis zu welchem Datum das Produkt bei sachgemässer, gekühlter Lagerung verzehrsicher ist. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums kann der Verzehr dieser Produkte mit mikrobiologischen Risiken für die menschliche Gesundheit verbunden sein. Die Lebensmittel dürfen dann nicht mehr verkauft beziehungsweise sollten von Konsumenten nicht mehr verwendet werden. Das Verbrauchsdatum ist im Gegensatz zum Mindesthaltbarkeitsdatum entscheidend für die Lebensmittelsicherheit. Die Hersteller garantieren den risikolosen Verzehr ihrer Produkte – wenn die Kühlkette entsprechend eingehalten wird.

Sehr kurz haltbare Lebensmittel wie Brot oder frische Obst- und Gemüsewaren ebenso wie lange haltbare Produkte wie Essig oder Zucker, benötigen keine Haltbarkeitsangaben. Hier können die Konsumenten selbst entscheiden, bis wann sie die Nahrungsmittel verzehren möchten.

2. So wird die Haltbarkeit von Produkten ermittelt

Die Haltbarkeit eines Lebensmittels ist von verschiedenen Faktoren wie der Zusammensetzung, dem Verarbeitungsgrad sowie den Verpackungs- und Lagerbedingungen abhängig. Da die Hersteller die Eigenschaften ihrer Produkte am besten kennen, liegt es in ihrer Verantwortung, mit Hilfe entsprechender Testverfahren das Mindesthaltbarkeits- beziehungsweise das Verbrauchsdatum festzulegen. Während grosse Unternehmen die Tests zur Haltbarkeitsbestimmung häufig intern durchführen, sind vor allem kleinere Betriebe auf externe Dienstleistungslabore wie Biolytix angewiesen. Im Labor wird die Qualität der Produkte bewertet und unter praxisnahen Bedingungen mit Lager- oder Stabilitätstests ermittelt, ob ein Lebensmittel die Haltbarkeitsangaben erfüllt.

Beim Lagertest wird ein Produkt über einen definierten Zeitraum und unter definierten Bedingungen hinweg gelagert. Seine Eigenschaften – Farbe, Geschmack und Textur – werden regelmässig untersucht. Soll ein Lebensmittel beispielsweise bei gekühlten Temperaturen 90 Tage halten, wird es im Labor entsprechend aufbewahrt. Sowohl zu Beginn als auch zu verschiedenen Zeitpunkten während der Haltbarkeitsdauer werden Proben genommen. Mithilfe von Lagertests können die Hersteller einschätzen, wie sich ihr Produkt im Laufe der Zeit verhält.

Ein Stabilitätstest ist ein umfassenderer Test. Hierbei werden auch andere Faktoren berücksichtigt, welche die Haltbarkeit beeinflussen können – wie beispielsweise Luftfeuchtigkeit oder starke Temperaturschwankungen. Das Produkt wird unter verschiedenen Bedingungen gelagert, um zu ermitteln, wie es sich hinsichtlich seiner Eigenschaften im zeitlichen Verlauf verhält. Durch die Stabilitätstests können Hersteller optimale Lagerbedingungen und Haltbarkeitsempfehlungen auf ihren Verpackungen festlegen.

3. Die Haltbarkeitskennzeichnung von Lebensmitteln wird immer herausfordernder

Die Durchführung von umfassenden Lager- und Stabilitätstests wird im Rahmen der Sorgfaltspflicht für die Hersteller immer wichtiger. So steigt beispielsweise die Nachfrage nach naturbelassenen Produkten mit einem hohen Frischegrad. Gleichzeitig breiten sich die Liefergebiete aus, die Transportwege werden länger – bei stark schwankenden klimatischen Bedingungen. Auch kurzfristige Rezepturänderungen aufgrund von Rohstoffmangel fordern die Herstellerbetriebe heraus. Die Anforderungen an Qualität und Haltbarkeit von Lebensmitteln steigen. Mikrobiologische Speziallabore wie Biolytix analysieren Produkte und Zutaten hinsichtlich möglicher Qualitätsveränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit Hilfe modernster Analyseverfahren werden die Haltbarkeit von Produkten ermittelt und Lösungsansätze zur Haltbarkeitsverlängerung untersucht.

4. Lebensmittelhaltbarkeit und Food Waste hängen zusammen

Die Hersteller müssen sowohl die Erwartungen der Verbraucher erfüllen als auch garantieren, dass sie ein sicheres Lebensmittel auf den Markt bringen. Um sich abzusichern, kennzeichnen die Hersteller ihre Produkte häufig mit einem Verbrauchsdatum, obwohl ein Mindesthaltbarkeitsdatum ausreichend wäre. Die Folge: Viele Lebensmittel, die noch verzehrt werden könnten, landen im Müll. Aber auch hinsichtlich des MHD sind die Verbraucher häufig unsicher. Der überwiegende Teil von ihnen orientiert sich am Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses abgelaufen, werden die Produkte entsorgt. Insgesamt werden in der Schweiz fast drei Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeschmissen. Darunter zahlreiche Produkte, bei denen das MHD abgelaufen ist, die aber trotzdem noch geniessbar gewesen wären. Gemäss einer Studie aus dem Jahr 2019 würden in Schweizer Privathaushalten pro Jahr rund eine Million Tonne Lebensmittel entsorgt – unter anderem, weil den Konsumenten das Wissen über Lagerung und Haltbarkeit fehle. Ein verbessertes Bewusstsein der Verbraucher sowie Änderungen im Datierungsverhalten der Hersteller könnten helfen, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. So hat zum Beispiel eine Fachgruppe der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften zwei Leitfäden mit konkreten Handlungsempfehlungen erarbeitet. Das Ziel: Die Datierung von Lebensmitteln zu optimieren und der unnötigen Verschwendung entgegenzuwirken. Neben Empfehlungen zum Tiefkühlen von Produkten am Verbrauchsdatum sind darin auch Vorschläge für die passende Datierungsart je nach Lebensmittelkategorie enthalten.

Die Berücksichtigung entsprechender Handlungsempfehlungen bei gleichzeitiger Kooperation mit Laboren zur umfassenden Haltbarkeitsanalytik sowie ein geschärftes Verbraucherbewusstsein können zukünftig entscheidend dazu beitragen, Food Waste zu minimieren. – Ein Ziel, welches inzwischen auch auf der Agenda des Bundesrates einen hohen Stellenwert einnimmt. Mit dem Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung sollen die vermeidbaren Lebensmittelverluste in der Schweiz bis zum Jahr 2030 halbiert werden.

 

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20. Februar 2023

Glutenfreies Bier – die Alternative für Allergiker

glutenfreies Bier

Der Markt für glutenfreie Lebensmittel wächst. Inzwischen müssen Menschen mit Zöliakie auch auf bestimmte Genussmittel nicht länger verzichten.

Während der Pro-Kopf-Alkoholkonsum in der Schweiz seit Jahren rückläufig ist, bleibt er bei Bier mit etwa 51 Litern. stabil. Damit ist es das meistgetrunkene alkoholische Getränk in der Schweiz. Auf die klassische Biererfrischung verzichten müssen allerdings die Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden. Schliesslich enthalten Biergetreidesorten wie Gerste oder Weizen Gluten. Die Alternative für Allergiker: glutenfreies Bier. Neben Brot, Pizza oder Kuchen ohne Gluten findet sich das Genussmittel als Nischenprodukt inzwischen in immer mehr Supermarktregalen.

Gluten – das häufig vorkommende Klebeeiweiss

Gluten ist ein Protein, dass in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen oder Gerste vorkommt. Es wird aufgrund seiner formgebenden Eigenschaft auch als Klebstoff oder Klebeeiweiss bezeichnet. Wird Getreidemehl beispielsweise mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit vermengt, bildet das Gluten aus dem Mehl eine elastische Masse – den Teig. In der Schweiz leiden rund 80 000 Menschen an einer Glutenunverträglichkeit, der so genannten Zöliakie. Bei ihnen schädigt das Gluten die Schleimhaut des Dünndarms. Typische Beschwerden sind Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen und ein insgesamt schlechtes Allgemeinbefinden. Weil sich bei einer Zöliakie der Dünndarm dauerhaft entzündet, werden die Nährstoffe nicht mehr im normalen Mass vom Körper aufgenommen – es kommt zu Mangelerscheinungen. Während Menschen mit einer Laktoseintoleranz vor dem Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln Laktase-Tabletten einnehmen können, um Beschwerden zu vermeiden, gibt es für Zöliakie-Betroffene nur eine effektive Behandlung: eine glutenfreie Ernährung. Werden konsequent alle Lebensmittel vermieden, die Gluten enthalten, können die Betroffenen in der Regel beschwerdefrei und gesund leben.

Glutenfreies Bier: So wird es gebraut

Um als glutenfrei deklariert zu werden, muss ein Bier laut EU-Richtlinie weniger als 20 Milligramm pro Kilogramm (0.002%) Gluten aufweisen. Da klassische Biere aus Gerste oder Weizen hergestellt werden, enthalten sie in der Regel Gluten – je nach Biersorte und Getreideart etwa 10 bis 20 mg pro Kilogramm. Besonders viel Gluten enthält normales Weizenbier. Mit gut 250 Milligramm pro Liter muss sein Verzehr von Allergikern in jedem Fall vermieden werden.

Bier aus Mais, Hirse und Co. brauen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um glutenfreies Bier herzustellen. So werden zum Beispiel Getreidesorten wie Reis, Hirse, Mais oder Soja eingesetzt. Der Vorteil: Das spätere Bier ist vollständig glutenfrei. Geschmacklich allerdings ist es mit traditionellem Bier nicht zu vergleichen. – Zumindest, wenn vom europäischen Standardgeschmack ausgegangen wird. Als Newcomer sind Mais- und Hirsebiere in Europa erst seit einigen Jahren auf dem Markt erhältlich. In anderen Teilen der Erde gibt es sie dagegen schon lange. So ist Maisbier beispielsweise bei einigen Völkern Südafrikas ein beliebtes Traditionsgetränk.

Traditionell brauen und Gluten entziehen

Vor allem die westlichen Brauereien möchten mit dem glutenfreien Bier – ähnlich wie mit den alkoholfreien Varianten – geschmacklich möglichst nah an das Original rankommen. Daher wird das Bier zunächst traditionell gebraut. Durch die Beigabe von Enzymen wird das Gluten im Herstellungsprozess entzogen, der typische Biergeschmack bleibt erhalten. Die Enzyme spalten das Gluten in kleine Peptide, die für Menschen mit Zöliakie verträglich sind. Wichtig zu wissen: Auch nach dem enzymatischen Abbau enthalten diese Biere noch geringe Spuren von Gluten. Menschen mit einer ausgeprägten Glutenunverträglichkeit sollten daher zu den Getreidealternativen greifen.

Innovative Verfahren und neue Züchtungen

Waren es anfangs kleine Brauereien, die glutenfreies Bier als Nischenprodukt auf den Markt gebracht haben, gibt es heutzutage auch Angebote von grossen Brauereien. Denn: Der Markt für glutenfreie Lebens- und Genussmittel wird immer beliebter. Daher wird im Herstellungsprozess weiter an Innovationen geforscht. So verwenden einige Brauereien speziell gezüchtete glutenfreie Gerste als Rohstoff, um das beliebte Standardbier ohne Gluten produzieren zu können. Andere setzen auf traditionelle Rohstoffe, verändern aber den Brauprozess. Statt mit Enzymen zu arbeiten, wird das Bier intensiver und länger gekocht sowie kälter gelagert. Abschliessend wird es filtriert, um die EU-Richtlinien einzuhalten.

Was viele nicht wissen: Es gibt auch traditionell gebraute Biere mit wenig Gluten. So enthält ein Bier der Sorte Pilsner Lagerbier lediglich 1.2 Milligramm Gluten pro 100 Gramm – und darf somit gemäss EU-Richtlinie als glutenfrei gekennzeichnet werden.

Produktion von glutenfreiem Bier – was Hersteller beachten müssen

Häufig werden in einem Betrieb sowohl konventionelle als auch glutenfreie Produkte hergestellt. Die Hersteller müssen strenge Kontrollen sowie absolute Hygiene gewährleisten. So müssen sämtliche Produktionsmittel regelmässig – auch an unzugänglichen Stellen – gereinigt werden. In der gesamten Lieferkette sowie im Brauprozess müssen alle Zutaten strikt von den glutenhaltigen Rohstoffen getrennt sein. Grundsätzlich sollte glutenfreies Bier in einer Anlage gebraut werden, die ausschliesslich dafür verwendet wird. Nur so lassen sich Kontaminationen vermeiden.

Wichtig für den Export: In unterschiedlichen Ländern gelten unterschiedliche Vorgaben für glutenfreie Nahrungsmittel. Soll ein Bier innerhalb der EU vertrieben werden, darf der Grenzwert von 20 mg/kg nicht überschritten werden. In den USA dagegen gilt zwar der gleiche Grenzwert wie in der EU, aber: Wurde das Gluten während des Herstellungsprozesses entfernt, darf ein Bier dort nicht als glutenfrei deklariert werden. – Auch, wenn es weniger als 20 mg Gluten enthält.

Neben der strikt getrennten Produktion und hohen Hygienestandards müssen Hersteller durch spezialisierte Stichprobentests gewährleisten, dass ihre Produkte glutenfrei sind. Speziallabore wie Biolytix bieten für verschiedene Lebensmittel zuverlässige Nachweise an. Mit erprobten Verfahren wie dem ELISA-TEST wird der Glutengehalt im Bier ermittelt beziehungsweise gewährleistet, dass das Endprodukt frei vom Klebeprotein ist und das Siegel mit der durchgestrichenen Ähre tragen darf.

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25. Januar 2023

Nährwertkennzeichnung: Was müssen Hersteller wissen?

Nährwertkennzeichnung

Die Nährwerttabelle auf Lebensmittelverpackungen ist Pflicht. Die Verantwortung für korrekte Angaben liegt bei den Produzenten. 

In der Schweiz müssen die enthaltenen Nährstoffe in Lebensmitteln gemäss Lebensmittelinformationsverordnung gekennzeichnet werden. Das Ziel: Den Gesundheitsschutz der Verbraucher zu gewährleisten, indem diese sich vor dem Kauf von Produkten umfassend informieren können. Für die Hersteller bedeutet das, dass eine ausführliche Kennzeichnung ihrer Lebensmittel die Kaufentscheidung für oder gegen ein Produkt massgeblich beeinflussen kann.

Big 5 oder Big 7: Die Schweizer Nährwertkennzeichnung

Die Nährwerte von Lebensmitteln werden pro 100 g beziehungsweise pro 100 ml angegeben. Grundsätzlich wird in der Schweiz zwischen der grossen und der kleinen Nährwertdeklaration unterschieden. Der Unterschied zwischen der so genannten Big 5 und der Big 7. liegt in der Zahl der aufgeführten Nährstoffe.

Big 5 – die kleine Nährwertdeklaration:

  • Angabe von Energiewert
  • Fettgehalt
  • Kohlenhydrate
  • Eiweiss
  • Salz

Big 7 – die grosse Nährwertdeklaration:

  • Angabe von Energiewert
  • Fettgehalt
  • Gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiss
  • Salz

Grundlage für die Big 7 sind die früher verpflichtenden Big 8, in welcher zusätzlich die Ballaststoffe enthalten waren. Deren Deklaration ist inzwischen nicht mehr zwingend erforderlich.

Wichtig: Die kleine Nährwertkennzeichnung ist nur möglich, wenn keine nährwert- oder gesundheitsbezogenen Angaben gemacht werden. Werden bei einem vorverpackten Lebensmittel beispielsweise der Gluten- oder Laktosegehalt angegeben, ist eine grosse Nährwertdeklaration – die Big 7 – verpflichtend. Auch wenn Produkte in die EU exportiert werden sollen, müssen Hersteller darauf zurückgreifen. Neben den verpflichtenden Angaben der Big 5 beziehungsweise Big 7 können optional weitere Angaben zu einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Stärke, Ballaststoffen sowie zu signifikanten Mengen von Vitaminen und Mineralstoffen gemacht werden.

Die Nährwerttabelle – Pflicht für vorverpackte Lebensmittel

Die Nährwertkennzeichnung ist grundsätzlich verpflichtend für vorverpackte Lebensmittel im stationären Handel sowie für online vertriebene Lebensmittel. Das Schweizer Lebensmittelrecht schreibt die Deklaration auf der Rückseite der Verpackung vor. Die Angaben zu Brennwert, Fett und Co. müssen gut sichtbar in leicht lesbarer Schrift aufgebracht werden. Eine x-Höhe von 1,2 mm gilt als Mindestschriftgrösse, was etwa der Schriftart Arial mit 7 pt. entspricht. Bietet das Etikett keinen ausreichenden Platz für eine Tabelle, können die Nährwerte auch als Fliesstext platziert werden. Alle Nährwertangaben müssen grundsätzlich im selben Sichtfeld geführt werden. Die Konsumenten sollen diese wahrnehmen, ohne die Verpackung zu wenden.

Die Nährstoffe werden in der Reihenfolge der Big 5 beziehungsweise der Big 7 aufgelistet. Kommen einzelne Nährstoffe nicht vor, werden sie mit 0 g (ml) deklariert.

Unverarbeitet und unverpackt – diese Produkte müssen nicht gekennzeichnet werden

Unverarbeitete Lebensmittel aus nur einer Zutat sind von der Nährwertkennzeichnung ausgenommen. – Ebenso wie verarbeitete Lebensmittel, die aus einer Zutatenklasse bestehen und gereift wurden, wie beispielsweise Käse. Handwerklich hergestellte Lebensmittel, die lokal verkauft werden, benötigen ebenfalls keine Deklaration. So ist eine Salami aus der hauseigenen Metzgerei von der Kennzeichnung befreit. Der Aufwand wäre für die überwiegend kleinen Betriebe unverhältnismässig.

Aber: Werden die Produkte freiwillig gekennzeichnet, gelten die gleichen Anforderungen wie für die Pflichtangaben. Hersteller sollten zuverlässig prüfen, ob ihr Produkt unter die Ausnahmeregelung fällt. Für zusätzlich online vertriebene Erzeugnisse kann die Kennzeichnungspflicht gelten, da sie nicht mehr ausschliesslich lokal angeboten werden.

Die Nährwerttabellen von Lebensmitteln – Verantwortung der Hersteller

Grundsätzlich sind die Hersteller für korrekte, wahrheitsgemässe Angaben auf den Verpackungen verantwortlich. Um die Nährwerte von Produkten zu deklarieren, müssen die entsprechenden Nährwerte berechnet werden. Hersteller können diese selbst durchführen, indem sie beispielsweise auf spezielle Datenbanken zurückgreifen. – Oder sie lassen die Lebensmittel von spezialisierten Laboren wie Biolytix analysieren. Kleinere Betriebe, die stets mit den gleichen wenigen Rohstoffen arbeiten, können zum Beispiel die Schweizer Nährwertdatenbank nutzen. Die Datensammlung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) enthält aktuell Informationen über mehr als 1‘000 Lebensmittel. Neben Angaben zu den Makronährstoffen wie Fett, Zucker oder Protein sind für die meisten Lebensmittel ebenfalls die Mikronährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe gelistet.

Wichtig für die Lebensmittelproduzenten: Eine korrekte Nährwertberechnung – entweder im Haus oder durch ein Speziallabor – kann nur bei standardisierten Herstellungsprozessen durchgeführt werden. Das bedeutet, die Nährwertanalyse ist nur für Produkte möglich, bei denen sowohl die Rezeptur als auch der Herstellungsprozess feststehen. Ändern sich diese, müssen die Lebensmittel neu analysiert werden. Zudem müssen die Nährwerte während der Produkthaltbarkeit im Toleranzbereich liegen. Die Hersteller müssen daher mögliche Veränderungen während der Lagerung ihrer Lebensmittel kennen.

Der Nutri-Score: Künftiger Ersatz für die Nährwerttabelle?

Schon lange wird die klassische Nährwerttabelle kritisiert. Zwar bietet sie mehr Informationen, doch wird sie aufgrund von Aufbau und Grösse häufig als unübersichtlich empfunden. Umfragen zufolge wünschen sich die Konsumenten und Konsumentinnen eine einfachere Kennzeichnung der Lebensmittel. Der Nutri-Score ergänzt auf vielen Produkten inzwischen die obligatorische Nährwertkennzeichnung. Die Grafik wird gut sichtbar vorne auf der Verpackung platziert. Auf einer Farbskala von Rot bis Grün zeigt der Nutri-Score wie ausgewogen ein verarbeitetes Lebensmittel zusammengesetzt ist. Der Score wird aufgrund einer wissenschaftlichen Formel errechnet. Er soll den Verbrauchern und Verbraucherinnen helfen, ähnliche Lebensmittel schnell zu vergleichen und sich für das gesündere zu entscheiden. Doch es gibt an dem Ampelsystem auch Kritik. So weist unter anderem der Schweizer Bauernverband auf Mängel der Kennzeichnung hin. So fliesse beispielsweise der Verarbeitungsgrad sowie die Verwendung von Zusatzstoffen nicht in den Algorithmus zur Berechnung ein. Der Nutri-Score würde in der aktuellen Form zu stark vereinfachen. Fruchtsäfte erhielten ebenso wie Fruchtschorlen einen schlechten Nutri-Score, während künstlich hergestellte Zero- oder Light-Produkte eine positive Ampelfarbe bekämen. Ernährungsmediziner befürworten den Nutri-Score als einen Schritt in die richtige Richtung. Dennoch wird befürchtet, dass er Konsumenten auf eine falsche Fährte schicken könnte. Die EU hat auf die Kritik reagiert und ein Update des Nutri-Scores angekündigt. So sollen einzelne Lebensmittel nach gesundheitlichen Aspekten neu berechnet werden.

Für Verbraucher heisst es also: Der Blick auf die Nährwertkennzeichnung der Produkte lohnt sich weiterhin!

 

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13. Dezember 2022

Pestizide im Wein: Wie gefährlich sind sie wirklich?

Pestizide im Wein

Für eine reiche Ernte werden im konventionellen Weinbau seit Jahrzehnten hohe Mengen an Pestiziden eingesetzt.

Rot, Weiss oder Rosé: In der Schweiz werden jährlich fast 100 Millionen Liter Schweizer sowie knapp 170 Millionen Liter ausländischer Weine konsumiert. 2021 hatte die Schweiz eine Rebfläche von rund 15’000 Hektar. Mit fast 5’000 Hektar zählt der Kanton Wallis zu den grössten Anbaugebieten. Allerdings haben selbst die edelsten Tropfen ein Problem: Kaum ein anderes Lebensmittel  wird so häufig mit Pestiziden behandelt wie Wein. Immer wieder werden Rückstände verschiedenster Pestizide gefunden, allen voran Fungizide – chemische Mittel gegen Pilzbefall.

Doch warum werden Pestizide vor allem im Weinbau so stark eingesetzt? Welche Folgen haben sie für Böden, Umwelt und die Konsumenten? Welche Alternativen gibt es zur Chemie und wie können Winzer für verzehrsichere Produkte sorgen?

Welche Pestizide werden im Weinanbau eingesetzt und warum?

Pestizide schützen Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten. Ihr Einsatz ist im Obst- und Gemüseanbau europaweit stark verbreitet. Das Ziel: Ertragsverluste in der landwirtschaftlichen Produktion durch diverse Schädlinge, Mikroorganismen und Unkraut zu vermeiden.

Europaweit wurden 2019 fast 480’000 Tonnen Pestizide verwendet – am häufigsten bei Äpfeln und Weintrauben. Weltweit liegt die jährlich ausgebrachte Pestizidmenge bei etwa vier Millionen Tonnen. In der Schweizer Landwirtschaft wurden 2020 mehr als tausend Tonnen Fungizide und Bakterizide zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Von 15 getesteten Weinsorten aus den grossen Schweizer Anbaugebieten enthielten im Jahr 2020 mehr als die Hälfte fünf oder mehr Pestizide – hauptsächlich Fungizide gegen Pilzbefall. Aber auch Akarizide gegen Milben oder Herbizide gegen Unkraut werden zum Schutz der Reben verwendet und sind als Spuren nachweisbar. Fungizide kommen vor allem aufgrund der langen Vegetationsdauer der Reben zum Einsatz: Von April bis September müssen Laub und Trauben vor Pilzbefall geschützt werden.

Was für Auswirkungen haben Pestizide auf Mensch und Umwelt?

Jährlich kommt es zu rund 385 Millionen Vergiftungen durch Pestizide. Dabei sind nicht primär die Verbraucher betroffen, sondern die Menschen, die insbesondere im globalen Süden auf dem Land arbeiten. Aber auch für die Konsumenten kann der Verzehr von pestizidbelasteten Weinen gesundheitliche Folgen haben. Pestizide werden teilweise vom menschlichen Organismus angereichert und können langfristig gesundheitliche Schäden verursachen. Vor allem die Mischung aus mehreren Substanzen in einem Wein ist bedenklich. Tauchen zu viele unterschiedliche Pestizide in einem Wein auf, kann es zu Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Rückständen kommen. Doch wie kommt es zu dem bedenklichen Mix in einer Sorte? Die Ursache: Für einige Weine werden Trauben von verschiedenen Rebbauern eingesetzt. Diese wiederum verwenden andere Pflanzenschutzmittel. – Oder aber einige Schädlinge entwickeln Resistenzen, dann greifen die Winzer zu einer anderen Chemikalie.

Neben den Auswirkungen für den Verbraucher haben Pestizide Folgen für das gesamte Ökosystem. Schliesslich bleiben die Wirkstoffe nicht nur dort, wo sie aufgebracht werden. Glyphosat und andere Substanzen werden vom Regen abgewaschen. Sie versickern im Boden oder werden durch die Luft weiter transportiert – manche bis zu 1’000 Kilometer weit.

Gibt es Alternativen zum Einsatz von Pestiziden im Weinbau?

Laut Agroscope, dem Forschungszentrum des Schweizer Bundesamts für Landwirtschaft, wäre vor allem im Weinbau der Verzicht auf synthetische Pestizide möglich. Die Forscher haben analysiert, welche Pestizide mit besonderem Risikopotential ersetzt werden könnten. Während bei Lebensmitteln wie Zuckerrüben, Mais oder Raps der Anbau ohne Pestizide deutlich schwerer werden würde, sei im Weinbau kaum mit Schwierigkeiten zu rechnen. – Und der biologische Weinanbau zeigt: Es geht auch ohne den Einsatz von bedenklichen Chemikalien. Im biodynamischen Weinbau wird sogar vollständig auf jegliche Pestizide, Unkrautvernichter und Kunstdünger verzichtet.

Doch auch die Bio-Weinbauern müssen ihre Ernte vor Schädlingen schützen. Anstelle von Chemie werden Schwefel- und Kupferpräparate als biologische Pestizide eingesetzt. Diese sind aber nicht völlig unschädlich. Insbesondere Kupfer ist umstritten. Durch den Regen kann sich das Schwermetall im Boden anreichern und dort Regenwürmern und anderen Mikroorganismen schaden. Deshalb wird im biologischen Weinbau weiterhin nach Alternativen gesucht. So besprühen einige Schweizer Winzer zum Schutz gegen den Echten Mehltau ihre Reben mit einer Mischung aus Milch und Wasser. Die in der Milch enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Mehltau-Pilz.

Nützlinge werden ebenfalls verstärkt als Alternative zu chemischen Substanzen eingesetzt. Darunter werden Organismen verstanden, die durch ihre räuberische oder parasitische Lebensweise von Nutzen für die landwirtschaftliche Produktion sind. Die Florfliege zum Beispiel (Crysopa spec.) ernährt sich von Spinnenmilben, von deren Eiern sowie von Heu- und Sauerwürmern. Die Larven des Weichkäfers (Rhagonycha fulva) leben überwiegend am Boden und vertilgen dort unter anderem Schnecken.

Die ökologische Schädlingsbekämpfung im Weinbau ist eine Lösung, die Züchtung besonders robuster Weinsorten eine andere. So genannte Piwi-Rebsorten gelten als sehr pilzwiderstandsfähig. Für ihren Anbau werden weniger Pestizide benötigt, Böden und Umwelt werden geschont. Zudem ist die Rebenpflege für die Winzer weniger aufwendig – Energie und Ressourcen werden eingespart.

Was können Hersteller tun, um die Verbraucher zu schützen?

Winzer, die aus wirtschaftlichen Gründen am konventionellen Anbau festhalten möchten, sollten ihre Produkte vermehrt auf Rückstände analysieren lassen. Unabhängige Speziallabore wie Biolytix beispielsweise, bieten verschiedene Methoden, um Kontaminationen mit Pestiziden im Wein zu bestimmen. Mit der Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie zum Beispiel können Labore feststellen, ob gesetzliche Grenzwerte bei Fremdstoffen eingehalten werden. Die hochsensitive Methode erkennt selbst kleinste Spuren von Pestiziden.

Nach wie vor fehlt es an einem verbindlichen internationalen Vertrag zur Reduktion von Pestiziden. Daher liegt es in der Verantwortung der Weinbauern, ihren Anbau so schonend wie möglich und dennoch wirtschaftlich zu gestalten. – Diese scheinen zumindest in der Schweiz eine klare Tendenz zu haben. Laut landwirtschaftlicher Strukturerhebung nahm die biologische Anbaufläche 2021 weiter zu und der Bio-Weinbau hat sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt.

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12. Dezember 2022

Weihnachten / Neujahr 2022: Was Sie für Ihre Planung und Logistik wissen müssen

Schneeflocke

Weihnachten und das Jahresende nähern sich in schnellen Schritten. Sie möchten während dieser Zeit unsere Leistungen nutzen und Proben im Labor analysieren lassen? – Sehr gerne! Damit Sie entsprechend planen können, bitten wir Sie folgende Hinweise zur Probenabgabe und zu unseren Öffnungszeiten zu beachten.

Für Ihre Ihre Planung und Logistik an Weihnachten und zum Jahresende 2022 beachten Sie bitte folgendes:

– In der Kalenderwoche 51 (19.12. – 23.12.2022) haben wir normale Öffnungszeiten.

– Am Montag, 26. Dezember 2022, bleibt das Labor geschlossen.

– Von Dienstag, 27. Dezember 2022, bis Freitag, 30. Dezember 2022, haben wir normale Öffnungszeiten.

Hinweis für Trinkwasserproben mit Resultatwunsch vor Weihnachten – Mikrobiologie:
Um Resultatberichte für Trinkwasseranalysen noch vor Weihnachten garantieren zu können, benötigen wir Trinkwasserproben bis Dienstag, 20. Dezember 2022.

Hinweis für GVO und Allergen Proben im Expressmodus mit Resultatwunsch vor Weihnachten:
Bei Superexpress-, Express- und Next-Day-Express-Proben können wir ein Resultat vor Weihnachten nur garantieren, wenn die Proben bis um 14 Uhr am Donnerstag, 22. Dezember 2022, in unserem Labor in Witterswil eintreffen.

Ab Montag, 2. Januar 2023, sind wir wieder mit normalen Öffnungszeiten für Sie da.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

-Ihr Biolytix Team

30. August 2022

Applied Biosystems™ GeneChip™ (Affymetrix GeneChip): Etabliertes Microarray-Verfahren liefert wichtige Ansätze

DNA

Das Applied Biosystems GeneChip-System (ehemals Affymetrix GeneChip) unterstützt sowohl die DNA- als auch die RNA-Analyse und bietet entscheidenden Mehrwert für zahlreiche Anwendungen. 

Molekulargenetische Untersuchungen werden häufig mit Hilfe sogenannter Gen- oder Biochips durchgeführt. Die modernen Systeme ermöglichen die parallele Analyse mehrerer hunderttausend Einzelnachweise anhand kleinster Blut- oder Gewebeproben. Die Applied Biosystems GeneChip-Technologie ist ein bewährtes Verfahren, um schnell hohe Datenmengen zu generieren und wertvolle Ansätze für weitere Untersuchungen zu erhalten.

Dr. Anna Henger
Bereits seit 2009 leitet Dr. Anna Henger den Bereich Genexpression und Genotypisierung bei Biolytix. Die Chemikerin hat die Arbeit mit dem GeneChip-System von Beginn an begleitet. Als Expertin für Genexpressionsanalysen gibt sie im Interview Antworten auf grundlegende Fragen zu den Microarrays und erklärt, warum Applied Biosystems nicht nur für die Medizin und Forschung einen wichtigen Mehrwert bietet. Microarrays werden ebenso in der Genomanalyse und Diagnostik angewendet. Mit ihnen können nicht nur menschliche Proben analysiert werden. Sie werden in vielen Studien mit Tieren, Pflanzen oder Pathogenen eingesetzt.

Was ist das Grundprinzip der Applied Biosystems GeneChip-Technologie?

Das Applied Biosystems GeneChip-System ist eine kommerzielle Microarray-Plattform. Es gibt verschiedene Formen von Microarrays, die – wie bei Applied Biosystems – auch als Genchip oder Biochip bezeichnet werden. Wie ein Computerchip enthalten sie viele Informationen auf kleinstem Raum. Durch das Microarray-Verfahren können bestimmte Gene identifiziert und ihre Aktivität gemessen werden. In der Molekularbiologie sprechen wir von der Genexpressionsanalyse. Zum Beispiel können wir aufzeigen, wie Zellen auf eine bestimmte Behandlung reagieren.

Im Vordergrund stehen in der Genexpressionsanalyse Genprodukte wie auch “Splice“ Varianten. In diesem Zusammenhang sind Aussagen über Genregulation möglich. Wir bekommen dadurch einen Überblick über zelluläre Funktionen. Beispielsweise können verschiedene Gewebe, Gewebe unterschiedlicher Entwicklungsstadien, normale und pathologische Gewebe oder behandelte und unbehandelte Zellen verglichen werden.

Welche wichtigen Vorteile bieten die Applied Biosystems GeneChips?

Die Applied Biosystems Arrays können sowohl auf RNA- als auch auf DNA-Ebene für Proben verschiedener Spezies – sprich Menschen, Tiere, Pflanzen oder Pathogene – angewendet werden. Für die Probenpräparation sind zwar unterschiedliche Kits nötig, aber grundsätzlich verläuft das Verfahren sehr ähnlich. Und: Alle Microarrays können mit dem gleichen Apparat prozessiert werden. Mit den Applied Biosystems  Arrays können wir grosse Datenmengen generieren, die Aussagen über das ganze Genom zulassen, um komplexe Mechanismen aufzuklären, denen biologische Prozesse oder Krankheiten zugrunde liegen.

In welchen Bereichen wird die Applied Biosystems GeneChip-Technologie angewandt?

Das Anwendungsgebiet von GeneChips ist breit gefächert – von der Arzneimittelforschung sowie pharmazeutischen Studien über die klinische Forschung an Universitäten bis hin zur Diagnostik.

Wie schon erwähnt ist ein grosser Anwendungsbereich die Genexpressionsanalyse zur Ermittlung induzierter oder reprimierter Gene, was einen Überblick über zelluläre Funktionen ermöglicht.

Bei der Diagnose genetischer Erkrankungen können mit dem GeneChip von Applied Biosystems bereits geringe Abweichungen in der Gensequenz identifiziert werden, wenn Genome von Patienten mit den Proben gesunder Menschen verglichen werden. Weitere Anwendungsgebiete sind toxikologische Analysen oder die Validierung von Wirkstoffzielen bestimmter Medikamente.

GeneChips werden ebenfalls in der landwirtschaftlichen Genomik oder Agrigenomik eingesetzt. Mithilfe dieser Technologie können für wirtschaftlich wichtige Arten (Tiere, Pflanzen usw.) relevante genetische Marker leicht identifiziert und so Anbau- und Zuchtentscheidungen getroffen werden.

Warum sind die Applied Biosystems GeneChips für die personalisierte Medizin so wichtig?

Im Bereich der Genexpressionsanalyse geben die Daten Einblick in das Expressionsniveau des gesamten Transkriptoms und ermöglichen die Identifikation von RNA Biomarker, Splice Varianten, Pathways (Signaltransduktionswege) und Genregulation

In der Toxikogenomik werden die GeneChips eingesetzt, um die Genexpressionsmuster und ihre Veränderungen infolge therapeutischer oder umweltbedingter Einflüsse zu untersuchen.

In der genetischen Diagnostik werden die Proben auf Einzelnukleotid-Austausche (SNPs) und Kopienzahlvariationen (CNVs) analysiert. In genomweiten Assoziationsstudien (genome-wide association studies, GWAS) an grossen Kollektiven von Patienten und Probanden können so im gesamten Genom DNA-Varianten identifiziert werden, die auf der Basis statistischer Analysen mit Krankheiten assoziiert sind. Nach weiteren Abklärungen kann das der Ansatz für die therapeutische Anwendung individualisierten Medizin sein. Patienten können also schneller eine für sie geeignete Therapie erhalten und das Gesundheitswesen wird effizienter.

Was kann die Microarrays -Technologie besser als andere molekulargenetische Methoden?

Wir erhalten mit den Microarrays in kurzer Zeit eine grosse Datenmenge aus kleinstem Probenmaterial – und damit verschiedene Ansätze beziehungsweise einen Überblick auf das Geschehen im ganzen Genom und Transkriptom. Mit Hilfe weiterer Verfahren gilt es diese dann zu filtern, zu analysieren und verifizieren. Für verschiedene Fragestellungen gibt es spezifische Microarrays. Zudem ist die Technologie seit mehr als zwei Jahrzehnten auf dem Markt. Es gibt also zahlreiche Datenbanken, auf die Forschende zugreifen und sich austauschen können.

Welchen Mehrwert bietet Biolytix als Speziallabor seinen Kunden in Hinblick auf die GeneChip-  Technologie?

Die GeneChip Technologie ist ein erprobtes und etabliertes System. Die Arrays wurden innerhalb der letzten zwanzig Jahre stetig verbessert und aktualisiert. Biolytix als Unternehmen  arbeitet von Beginn an mit der Technologie und hat ihren Fortschritt begleitet. Das heisst: Wir kennen die Entwicklung, die Updates und vor allem die Möglichkeiten, die das Applied Biosystems GeneChip-Verfahren bietet. Als Speziallabor können und haben wir bei Biolytix kleinere Probensamples ebenso wie mehrere hundert Proben – wie beispielsweise bei grösseren klinischen Studien untersucht. Wir generieren die Daten bei uns im Labor und übergeben nach einer Qualitätskontrolle die Rohdaten an den Kunden.

Inwieweit kann der Kunde die erhaltenen Daten bei sich im Haus auswerten?

Es gibt heutzutage anwenderfreundliche Software für die initiale Analyse. Beispielsweise für Genexpressionsanalyse bietet die Transcriptome Analysis Console (TAC)-Software eine schnelle, einfache Lösung um globale Expressionsmuster von Genen und Signaltransduktionswegen wie auch Exons und Splice-Varianten zu analysieren und zu visualisieren. Aber natürlich sind die Tools nur bis zu einem gewissen Grad anwendbar. Sie sorgen für einen guten Überblick. Um weiter in die Tiefe zu gehen, ist das Know-how eines Biotechnikers oder Bioinformatikers nötig, der mit weiteren Tools und der entsprechenden Erfahrung ansetzt und tiefer einsteigt.

Gibt es vergleichbare Verfahren, die künftig mit Microarrays konkurrieren könnten?

Ein mögliches Konkurrenzprodukt könnte Next-Generation Sequencing (NGS) darstellen. Das ist eine neuartige Technologie der Nukleinsäureanalytik. Dennoch möchte ich NGS und Microarrays nicht unbedingt als Konkurrenz sehen, weil sich die Methoden grundlegend voneinander unterscheiden. Auch hier sind Aussagen über das gesamte Genom und für alle Spezies möglich. Im Gegensatz zu anderen Sequenzierungsverfahren können mehrere hundert Millionen Fragmente in einer Probe sequenziert werden. Die NGS-Technologie wird zum Beispiel eingesetzt, um relevante Gene zu identifizieren – unter anderem für die Früherkennung von Tumorerkrankungen.

Mit NGS können auch neue Regionen im Genom, zusätzliche differenziell exprimierte Gene und Signaltransduktionswege beleuchtet werden. Aber ein Grossteil der zusätzlichen Daten wäre für die Aussage in vielen Studie nicht relevant. Also anders als bei NGS kann bei den Microarrays nur der Bereich aus dem Genom, der in den einzelnen Proben repräsentiert ist, analysiert werden.

Dennoch bieten Microarrays einige Vorteile: Microarray-Daten sind hinsichtlich der Grösse besser zu handhaben als NGS -Datensätzen. Die riesigen Datenmengen durch Next-Generation Sequencing können je nach Fragestellung ein Vorteil sein. Gleichzeitig können sie auch eine Herausforderung selbst bei einfachen Studien aufgrund der Datenmenge darstellen, weil die Softwareentwicklung noch nicht weit genug ist, um eine automatische Auswertung zu gewährleisten.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurden eine grosse Anzahl Microarray-basierter Studien durchgeführt. Es wurden Standards eingeführt, die die Qualität der Daten abschätzen lassen. Diese Datensätze, ergänzt durch öffentliche Datenbanken wie GEO und Array Express oder DrugMatrix, haben leicht zugängliche und analysierbare Datenbanken geschaffen, die als wichtige Referenz für neue Analysen und Interpretationen der Daten dienen.

Im Gegensatz dazu sind für NGS-Daten keine solchen Referenzdatenbanken verfügbar, was derzeit die Interpretation der Daten einschränkt. Es besteht ein klarer Bedarf, diese Datenbanken aufzubauen, um Microarray-Daten besser zu nutzen, um die Interpretation von NGS-Daten zu erleichtern und um die nahtlose Übersetzung und den Vergleich von NGS- und Microarray-Daten zu ermöglichen.

Letztlich haben beide Methoden ihre Berechtigung und finden ihre Anwendung je nach Fragestellung. Aber: Die Applied Biosystems GeneChip-Technologie bietet aktuell einfach ein stabiles, kontinuierlich aktualisiertes Konstrukt aus zwei Jahrzehnten Forschung und Entwicklung.

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15. August 2022

Verunreinigtes Trinkwasser: Wie kommen Colibakterien und Enterokokken in das Wasser?

Verunreinigtes Trinkwasser: Was sind die häufigsten Keime?

Für Trinkwasser gelten strenge Richtlinien. Trotzdem kann es zu Keimbelastungen kommen. Besonders häufig werden Colibakterien und Enterokokken nachgewiesen.

Das Trinkwasser in der Schweiz zählt zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Es besteht zu 99.9 Prozent aus Wasser und ist damit eines der reinsten Lebensmittel überhaupt. In Geschmack, Geruch und Aussehen muss Trinkwasser unauffällig sein und darf hinsichtlich Art und Konzentration der enthaltenen Mikroorganismen, Parasiten sowie Kontaminanten die Gesundheit nicht gefährden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). legt die gesetzlichen Bestimmungen fest, um die hohe Trinkwasserqualität in der Schweiz zu gewährleisten. Die Höchstwerte für die Keime sind in der Trinkwasserverordnung festgelegt. Trotzdem kommt es immer wieder zu verunreinigtem Trinkwasser, wie beispielsweise im August 2022 in Luzern. Ebenso wurden in mehreren Berner Ortschaften im Sommer 2022 E. Coli-Bakterien und Enterokokken nachgewiesen.

Wie kommt es zu der Verunreinigung des Trinkwassers? Mit welchen Massnahmen wird die Trinkwasserqualität wieder hergestellt und wer ist für die Qualitätskontrolle verantwortlich?

Welche Keime finden sich im Trinkwasser?

Vorab: Trinkwasser ist niemals komplett keimfrei. Auch nach sachgerechter Aufbereitung durch den Wasserversorger enthält es noch Mikroorganismen. Dabei handelt es sich entweder um harmlose Wasserbewohner, Bakterien oder Viren, die in so geringer Konzentration vorhanden sind, dass sie keine gesundheitliche Gefahr bedeuten. Um sicherzustellen, dass die Keimbelastung so gering wie möglich ist und keinerlei gesundheitliche Risiken beinhaltet, gibt es strenge mikrobiologische Anforderungen und Kontrollen. Neben Legionellen, die überwiegend durch verunreinigte Leitungen oder veraltete Installationen ins Wasser gelangen, kommen coliforme Keime sowie Enterokokken am häufigsten vor. Diese Darmbakterien gelangen vor allem aus menschlichen oder tierischen Fäkalien in die Wasserumgebung. Sie sind in den meisten Fällen nicht gesundheitsgefährdend, dienen jedoch bei Wasseranalysen als Indikator für eine fäkale Trinkwasserverunreinigung.

Legionellen in den Wasserleitungen

Legionellen zählen zu den bekanntesten Keimen im Wasser. Die Feuchtkeime vermehren sich besonders gut bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad und sind daher vorwiegend in Warmwassersystemen vertreten. Der Biofilm in den Rohren dient ihnen als idealer Nährboden. Legionellen gelangen durch das Einatmen des bakterienhaltigen Wassers als Aerosol in den menschlichen Organismus und können dort die so genannte Legionärskrankheit, eine Form der Lungenentzündung, auslösen. Gerade in den Sommermonaten sind Hausleitungen sowie Wasserleitungssysteme in Ferienhäusern häufig betroffen. Steht beispielsweise das Ferienhaus längere Zeit leer, bilden Boiler oder Klimaanlagen potenzielle Brutstätten für Legionellen. Ferienhausbesitzer sollten daher regelmässig die Wasserhähne aufdrehen und für einige Zeit das heisse Wasser laufen lassen – auch unter der Dusche, da Legionellen bei Temperaturen von über 60 Grad absterben.

Coli-Bakterien im Trinkwasser

Escherichia coli-Bakterien, auch E. coli genannt, zählen zu den coliformen Keimen (Colibakterien), die laut Trinkwasserverordnung nicht vorkommen dürfen – der Grenzwert liegt bei null. E. coli ist ein weit verbreiteter Darmkeim und ein natürlicher Bestandteil der menschlichen und tierischen Darmflora. Er ist grundsätzlich nicht gefährlich. Werden Colibakterien über das Trinkwasser aufgenommen, kann es zu Durchfall und anderen Magen-Darm-Beschwerden kommen. Häufig treten keinerlei Symptome auf und die Bakterien werden wieder ausgeschieden. Allerdings sollten vor allem Risikogruppen wie Schwangere oder immunsystemschwache Menschen bei E. coli-verunreinigtem Trinkwasser die Sicherheitsvorkehrungen beachten. Zudem ist der Nachweis von E. coli ein Indikator dafür, dass noch weitere Keime im Trinkwasser zu finden sind.

Enterokokken im Trinkwasser

Enterokokken sind Milchsäurebakterien, die im menschlichen und tierischen Darm vorkommen und dort die Verdauungsprozesse unterstützen. Die Bakterien selbst können sich nicht im Trinkwasser, sondern nur im menschlichen oder tierischen Darm vermehren. Ebenso wie bei E. coli liegt der Grenzwert für Enterokokken im Trinkwasser bei null. Als Indikatororganismus deutet eine Enterokokken-Belastung des Trinkwassers auf weitere, potenziell krankmachende Bakterien hin. Eine schnelle Wasseranalyse sowie entsprechende Massnahmen sind demzufolge Pflicht. Anders als coliforme Keime können Enterokokken ausserhalb des Darms einige Wochen überleben. Bei einer Verschmutzung mit diesen Keimen ist es schwer, den Zeitpunkt der Verunreinigung zu definieren. Werden die Bakterien durch das Trinkwasser aufgenommen, können sie zu Harnwegsinfektionen oder Eileiterentzündungen bei Frauen führen. Auch Wundinfektionen und Bauchraum-Abszesse sind mögliche Folgen einer Enterokokken-Infektion.

Wie gelangen die Keime in das Trinkwasser?

Grundsätzlich entspricht die Wasserqualität in der Schweiz sehr hohen Anforderungen. So verpflichtet die Umweltorganisation WHO die Schweiz dazu, alle drei Jahre sämtliche Trinkwasserdaten aufzuzeigen. Darüber hinaus regeln Gesetze und Normen die Grenzwerte, die eingehalten werden müssen, um die Wasserqualität auch künftig sicherzustellen.

Nicht immer lässt sich die Ursache für Keime im Trinkwasser zurückverfolgen. Während Legionellen im Trinkwasser in der Regel durch den Biofilm in den Wasserleitungen selbst gedeihen, gelangen Bakterien wie E. coli und Enterokokken von aussen in die Trinkwassersysteme. Werden sie bei Wasseranalysen gefunden, gelten sie als Indikator für eine fäkale Trinkwasserverunreinigung.

Häufig werden nach sehr starken Niederschlägen Belastungen im Trinkwasser nachgewiesen. Bei normaler Niederschlagsmenge dient die Erdschicht als zuverlässiger Filter. Kommt es zu grösseren Wassermengen auf einmal, funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Unwetter wie beispielsweise Starkregen, können die Kläranlagen überlasten oder das Abwassersystem überfluten. Dadurch können Bakterien aus dem Abwasser in Flüsse oder Gewässer gelangen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird.

Weitere Gründe für eine fäkale Trinkwasserverunreinigung sind Havarien, Erneuerungsarbeiten am Leitungsnetz wie Reparaturen oder Neuanschlüsse im Haus. Alte Abwasserkanäle oder undichte Senkgruben können ebenfalls dazu führen, dass sich Ab- und Trinkwasser mischen und es zu einer Keimbelastung mit E. coli oder Enterokokken kommt.

Verunreinigtes Trinkwasser – wie wird die Qualität wieder hergestellt?

In der Regel werden mikrobielle Verunreinigungen schnell erkannt und das belastete Trinkwasser wird gar nicht erst ins Netz eingespeist. Teilweise wird das Wasser auch als prophylaktische Sicherheitsmassnahme – zum Beispiel bei Hochwasser – entkeimt und gereinigt. Bei Verdacht auf verunreinigtes Trinkwasser kann ausschliesslich eine professionelle Trinkwasseranalyse Auskunft über die Belastung mit Mikroorganismen geben. Werden Keime nachgewiesen, werden die entsprechenden Brunnen bis zur Normalisierung mit entsprechenden Hinweistafeln versehen. Das Wasser wird verworfen – es wird in einen Bach statt in einen Brunnen geleitet.

Bei Trinkwasserverunreinigungen aufgrund von Leckagen, gilt es das Leck als Kontaminationsquelle entsprechend zu orten, die Leitungen gründlich zu spülen und abzudichten. Durch vermehrte Nachkontrollproben wird sichergestellt, dass keinerlei Verunreinigungen mehr zu finden sind. Bei gravierenden Störfällen wird ein chlorhaltiger Netzschutz zugegeben und falls nötig, eine Abkochvorschrift erlassen. Die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten wird über die Medien darüber informiert, dass das Wasser aus den Leitungen kontaminiert sein kann und erst durch Abkochen zum Verzehr geeignet ist. Bis das Trinkwasser dann wieder die gewohnte Qualität hat, kann es mehrere Tage dauern.

Trinkwasserqualität: Gesetze und Pflichten für Wasserversorger

Die Wasserqualität in der Schweiz ist national geregelt, die Versorgung läuft kantonal. Die rechtlichen Anforderungen an das Trinkwasser werden durch eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen reglementiert. Das Trinkwasser muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, welche in der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) sowie in der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) definiert sind. Die Wasserversorger und die Eigentümer öffentlicher Gebäude sind für die Qualität des Trinkwassers verantwortlich und müssen diese regelmässig zum Beispiel durch unabhängige Speziallabore wie Biolytix kontrollieren lassen.

Die kantonalen Wasserversorger sind dazu verpflichtet, ein Qualitätssicherheitssystem aufzubauen um zu garantieren, dass die Verordnungen eingehalten werden. Im Rahmen der gesamtbetrieblichen Gefahrenanalyse müssen sie periodisch eine Analyse der Gefahren für Wasserressourcen durchführen. Die Labore untersuchen Trinkwasser, Brunnenwasser, Quellwasser und Grundwasser, um die mikrobiologische Unbedenklichkeit in der Wasserversorgung zu garantieren.

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30. Juni 2022

Versteckte Allergene in Lebensmitteln - was Hersteller wissen müssen

versteckte Allergene

Die strengen Regeln in der Allergenkennzeichnung von Lebensmitteln sorgen für Transparenz. Eine vollständige Sicherheit bieten sie jedoch nicht.

Gut drei Millionen Menschen in der Schweiz haben eine Nahrungsmittelintoleranz oder eine Lebensmittelallergie. Besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche. Um Risiken auszuschliessen und allergische Reaktionen zu vermeiden, bleibt Allergikern häufig nur, bestimmte Nahrungsmittel von ihrem Speiseplan zu streichen. Dafür müssen sie aber genau wissen, was in den Produkten enthalten ist. Zwar gibt es eine lebensmittelrechtliche Kennzeichnungspflicht für die häufigsten Allergene in Lebensmitteln, doch vollständig verlassen können sich Allergiker auf die Angaben in der Zutatenliste leider nicht. Vor allem bei verarbeiteten Lebensmitteln und bei Gewürzmischungen lohnen sich der genaue Blick und das Wissen, dass sich Allergene häufig auch hinter anderen Begrifflichkeiten verstecken können.

Die häufigsten Allergene in Lebensmittel

Eine Allergie ist eine überschiessende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose, fremde Stoffe. Häufige Allergieauslöser sind beispielsweise Eiweisse, Pollen, Hausstaubmilben oder eben bestimmte Nahrungsmittel. Kommen Betroffene mit den Allergenen in Kontakt, reagiert der Körper, indem der Organismus versucht diese abzuwehren. Es kommt zur allergischen Reaktion. Lebensmittelallergien können sich durch Magen-Darm-Beschwerden, Atemwegsbeschwerden oder Hautausschläge äussern. In seltenen Fällen kann es zu einem Abfall des Blutdrucks kommen und zu einem anaphylaktischen Schock.

Theoretisch können viele Lebensmittel Allergien auslösen. In der Praxis sind aber einige wenige Nahrungsmittel für mehr als 90 Prozent der Allergien verantwortlich. Dazu gehören unter anderem Kuhmilch, Eier, Erdnüsse, Nüsse, Soja, Senf, Sellerie, Weizen, Fisch und Schalentiere. Diese müssen gemäss Lebensmittelinformationsverordnung (LIV) auf der Verpackung deutlich als solche ausgelobt werden.

Versteckte Allergene: Verpackungen gründlich studieren

Versteckte Allergene in Lebensmitteln sind für den Verbraucher nicht erkennbare allergieauslösende Bestandteile in zusammengesetzten beziehungsweise verarbeiteten Lebensmitteln. Sie gelangen auf den unterschiedlichsten Wegen auch in solche Lebensmittel, bei denen sie eigentlich nicht zu erwarten wären. Nicht nur die Problematik von bewusst falsch deklarierten Lebensmitteln kann zur Gefahr werden. Herstellungsbedingte vorhandene Kontaminationen mit allergenen Nahrungsmitteln gelten ebenfalls als versteckte Allergene. Da die Firmen in der Regel eine Vielzahl von Produkten herstellen und allergene sowie nicht allergene Lebensmittel auf den gleichen Anlagen produziert werden, können ungewollt geringe Mengen einer allergenen Zutat in ein anderes Lebensmittel gelangen. Mögliche Verunreinigungen mit diversen Allergenen werden am Ende der Zutatenliste mit dem Hinweis „Kann Spuren von … enthalten“ gekennzeichnet.

Lebensmittelproduzenten sind durch die gesetzlich vorgegebene Allergenkennzeichnung verpflichtet, die häufigsten Allergene in der Zutatenliste aufzuführen. Sammelbegriffe wie „Gewürze“ sind nicht erlaubt. Aber: Spezielle Wortlaute sind nicht vorgegeben. So muss ein Verbraucher, der Gluten nicht verträgt, ebenso auf Begriffe wie „Weizen“ achten. Zudem verbergen sich auch hinter den 14 kennzeichnungspflichtigen Allergenen in Lebensmitteln in den Deklarationen viele Bezeichnungen, die auf den ersten Blick für den Laien nicht eindeutig zugeordnet werden können, aber ebenfalls zu den häufigsten Allergenen zählen. Beispielsweise versteckt sich hinter der Zutat Casein ein Hauptallergen der Milch, wobei in der Zutatenliste nicht ausdrücklich aufgeführt sein muss, dass es sich dabei um ein Milcheiweiss handelt. Zutaten mit dem Begriff „Ovo“ deuten stets auf enthaltenes Hühnerei hin. Lebensmittelallergiker müssen sich zwangsläufig ein fundiertes Wissen über Allergenkennzeichnung und Fachbegriffe aneignen. Eine spezialisierte Ernährungsberatung ist für viele ein sinnvolles Hilfsmittel, um im Alltag zielgerichtet die Angaben auf den Verpackungen richtig deuten zu können.

„Kann Spuren von…enthalten“ – wie sicher ist der Hinweis?

Die Information „Kann Spuren von… enthalten“ weist die Verbraucher darauf hin, dass produktionsbedingt Allergene in das Lebensmittel gelangt sein können – aber nicht müssen. Im Gegensatz zur vorgeschriebenen Allergenkennzeichnung bezieht sich der zusätzliche Spurenhinweis ausschliesslich auf Bestandteile, die nicht gemäss Rezeptur enthalten sind. Werden in einem Produktionsbetrieb beispielsweise Nüsse eingesetzt, so können Spuren davon auch in Lebensmittel gelangen, die laut Rezept ohne Nüsse zubereitet werden – zum Beispiel in Vollmilchschokolade.

Häufig wird als Vorsichtsmassnahme eine lange Liste möglicher Allergenspuren aufgeführt, die nicht zwangsläufig enthalten sein müssen. Damit soll Haftungsansprüchen entgegengewirkt werden – allerdings bedeutet das oftmals unnötig viele Einschränkungen für Konsumenten mit Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten. Im Gegensatz zu anderen Ländern hat die Schweiz Grenzwerte für die so genannten Spuren definiert. So muss bei einer möglichen Kontamination von über einem Gramm pro Kilogramm Lebensmittel der Hinweis „Kann Spuren von… enthalten“ erfolgen. Bei Schwefel liegt die Grenze bei 10 mg/kg, bei Gluten bei 200 mg/kg. Mögliche Vermischungen unterhalb dieser Grenze können freiwillig mit einem solchen Hinweis ausgewiesen werden.

Grundsätzlich müssen Hersteller belegen können, dass sämtliche Vorkehrungen getroffen wurden, um Kontaminierungen während der Produktion zu verhindern.

Zuverlässiges Allergen-Management der Herstellerfirmen unerlässlich

Um sowohl die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen als auch versteckte Allergene durch Kontaminationen zu vermeiden, müssen Hersteller in ihren Betrieben ein zuverlässiges Allergen-Management etablieren – sei es durch hauseigene oder externe Labore und Testungen zum Allergennachweis. Nur auf diese Weise werden die Produzenten vor allem ihrer Verantwortung den Konsumenten gegenüber gerecht.

Lebensmittelproduzenten müssen gemäss HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) nachweisen, dass ihre Produktionsanlagen allergenfrei sind. Nach einer Anlagenreinigung sind Rückstandsanalysen nötig. Da es in der Regel unwirtschaftlich ist, die Anlage für die Zeit der Analyse stillzulegen, gibt es Testsysteme, die direkt vor Ort einsetzbar sind (Stäbchentest). Auch ELISA-Testverfahren oder PCR-Tests sind für die Allergenanalytik wichtige Verfahren. Speziallabore wie Biolytix bieten dank langjähriger Erfahrung in der Lebensmitteldiagnostik eine massgeschneiderte Analytik und verschiedenste Verfahren mit sehr tiefen Nachweisgrenzen bei den Analysen von allergenen Proteinen.

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31. Mai 2022

Food Fraud: Nicht nur bei Olivenöl ein globales Problem

Food-Fraud Olivenöl

Die Zahl von bewusst falsch deklarierten Lebensmitteln steigt weltweit. Für die Schweiz werden strengere Massnahmen gefordert, um Food Fraud zu bekämpfen. 

Pferdefleisch in Fertig-Lasagnen: wohl einer der bekanntesten Fälle von Lebensmittelbetrug der vergangenen Jahre. Zwar sind die Wogen rund um den Fleischskandal längst geglättet – die Zahl von Food Fraud-Fällen nimmt jedoch weltweit zu. Das Geschäft mit falsch deklarierten Lebensmitteln gilt als äusserst lukrativ. Neben Olivenöl, welches als das meistgefälschte Lebensmittel Europas gilt, sind von aufgespritzten Garnelen über falsch deklarierten Fisch bis hin zu mit Laub gestreckten Kräutern verschiedenste Produkte betroffen. Mit schärferen Kontrollmechanismen versucht die EU seit zwei Jahren verstärkt Fälschungen oder Veränderungen von Lebensmitteln frühzeitig zu entdecken und die Konsumenten zu schützen. – Massnahmen, die in der Schweiz bislang fehlen und von Kritikern klar gefordert werden.

Doch wo fängt Food Fraud an und warum sind manche Lebensmittel besonders betroffen? Mit welchen Mitteln gehen die EU-Länder dagegen vor und wie könnten auch der Schweizer Handel sowie die Verbraucher besser geschützt werden? Ein Überblick.

Was ist Food Fraud?

Lebensmittelbetrug oder Food Fraud hat eine lange Geschichte. Schon im Mittelalter wurde hochwertige Ware durch preisgünstigere ersetzt. Der Wirt im Gasthaus streckte den Rotwein mit Wasser, der Bäcker mischte Sägemehl ins Brot, um das Mehl zu verlängern. Damals wie heute ist für die Konsumenten der Lebensmittelbetrug sensorisch kaum bis gar nicht erkennbar. Ebenso ist es für Nahrungsmittelproduzenten und Händler schwer, den Betrug – beispielsweise an gelieferten Rohstoffen – aufzudecken.

Obwohl Food Fraud weltweit jährlich etwa 30 Milliarden Franken Schaden anrichtet, fehlt sowohl in der Schweiz als auch in der EU eine offizielle Definition des Begriffs. Vielmehr hat er sich in den vergangenen Jahren – spätestens seit dem Pferdefleisch-Skandal – im allgemeinen Sprachgebrauch festgesetzt. Von Food Fraud wird gesprochen, wenn vorsätzlich Lebensmittel auf den Markt gebracht werden, deren Inhaltsstoffe nicht mit den auf der Verpackung angegebenen übereinstimmen. In der Regel werden teure Produkte mit günstigeren gestreckt, um die Herstellungskosten unten und den Verkaufspreis oben zu halten. Beim Food Fraud gilt die Faustformel: Je teurer oder nachgefragter ein Produkt ist, desto mehr lohnt sich der Lebensmittelbetrug.

Das Lebensmittel wie beispielsweise Gewürze mit teils unerlaubten Zusätzen gestreckt werden, kann schlimmstenfalls schwere gesundheitliche Folgen für Verbraucher nach sich ziehen. Enthält ein Produkt eine nicht ausgewiesene allergieerregende Zutat (Allergen), ist dies für Allergiker unter Umständen lebensbedrohlich.

Warum sind Kräuter wie Oregano von Food Fraud betroffen?

Olivenöl wird mit minderwertigen Ölen gestreckt, Garnelen werden mit Wasser aufgespritzt und teure Gewürze wie Safran mit Stärke, Zwiebeln oder gefärbtem Gras angereichert: Die Liste der Food Fraud-Fälle ist lang. Neben den beschriebenen teuren Lebensmitteln stehen auch stark nachgefragte Produkte wie beispielsweise Oregano im Fokus der Betrüger. Durch den Anteil der importierten Kräuter kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Durch Beimengungen anderer getrockneter Pflanzen soll die Menge erhöht und die Nachfrage befriedigt werden. In der Europäischen Union werden jährlich rund 100.000 Tonnen Kräuter und Gewürze produziert und über 300.000 importiert. Das Problem: Vor allem Kräuter und Gewürze durchlaufen in der Regel eine lange Lieferkette durch mehrere Länder. Sie werden meist in kleinen landwirtschaftlichen Entwicklungsländern angebaut und wandern durch zahlreiche Zwischenhandelsstationen, was die Überwachung deutlich erschwert.

Was wird getan, um Food Fraud bei Kräutern und Co. zu bekämpfen?

Innerhalb der EU wurden in den vergangenen Jahren mehrere Massnahmen etabliert, um Food Fraud-Fälle aufzudecken und gezielt zu bekämpfen. Seit 2019 gilt eine neue EU-Verordnung. Diese gibt unter anderem vor, dass bei der amtlichen Kontrolle nicht nur die Lebensmittelsicherheit geprüft wird, sondern insbesondere das Risiko von betrügerischen Praktiken beachtet wird. Mit verschiedenen Kontrollprogrammen wird inzwischen gegen den Lebensmittelbetrug vorgegangen. So hat die EU 2021 den ersten EU-weit koordinierten Kontrollplan zur Echtheit von Gewürzen und Kräutern initiiert. Insgesamt wurden fast 10.000 Analysen an rund 1.900 Proben aus 21 EU-Mitgliedstaaten sowie der Schweiz und Norwegen untersucht. Neben Oregano wurden unter anderem Safran, Chili oder Pfeffer analysiert. In knapp 50 Prozent der untersuchten Oregano-Proben wurde Laub des Olivenbaums gefunden.

Warum steht die Schweiz bei der Food Fraud-Bekämpfung in der Kritik?

Zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug in der Schweiz hat der Bund die Plattform Coordination Food Fraud“ (COFF) ins Leben gerufen. Diese setzt sich aus verschiedenen Bundesämtern sowie kantonalen Lebensmittelvollzugsbehörden zusammen. Abhängig von aktuellen Themen werden weitere Kontrollprogramme umgesetzt, wie beispielsweise die obige Prüfung zur Echtheit von Gewürzen und Kräutern. Zusätzlich betreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ein Früherkennungssystem für die Sicherheit von Lebensmitteln. Mit Hilfe von Datenbanken sowie durch den Austausch mit verschiedenen Experten werden gesellschaftliche und ökologische Veränderungen, technologische Entwicklungen und ökonomische Trends überwacht und diskutiert. Das Ziel: frühzeitig neue Gefahren wie Lebensmittelbetrug erkennen und Vorkehrungen für die Verbrauchersicherheit einleiten.

Diese Massnahmen gehen der Eidgenössischen Kommission für Konsumentenfragen (EKK) nicht weit genug. Die Regelungen der Schweiz seien nicht streng genug, um einen Grossteil der Food Fraud-Fälle aufzudecken – die rechtlichen Grundlagen nicht ausreichend an die zunehmende Bedrohung durch Lebensmittelbetrug angepasst. Eine auf Food Fraud spezialisierte Einheit, wie sie bereits in mehreren europäischen Mitgliedsstaaten etabliert wurde, fehle in der Schweiz bislang. Die Informationen zu Fällen von internationalem Lebensmittelbetrug würden über eine Plattform der EU-Kommission ausgetauscht, von der die Schweiz wegen fehlender bilateraler Abkommen ausgeschlossen sei. Sie erfahre deshalb kaum oder verzögert von Betrugsfällen in den Nachbarländern, so die EKK.

Empfohlen und gefordert wird die Bildung eines behördenübergreifenden Expertenteams – indem beispielsweise die COFF ausgebaut wird – sowie strengere gesetzliche Grundlagen, um gezielt gegen Food Fraud in der Schweiz vorzugehen.

Wie können sich Unternehmen innerhalb der Lieferketten schützen?

Laut BLV sind die Lebensmittelbetriebe selbst in der Pflicht. Sie sollen durch zuverlässige Selbstkontrollen dafür sorgen, dass ihre Waren die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und nicht gesundheitsgefährdend sind. Entsprechend der Guten Herstellungspraxis (GHP) müssen Unternehmen ihre Lebensmittel regelmässig untersuchen oder untersuchen lassen und die Ergebnisse dokumentieren. Durch verschiedene molekularbiologische Methoden können spezialisierte Labore wie Biolytix Produkte in den einzelnen Bestandteilen analysieren und damit einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit von Lebensmitteln leisten. Hellhörig werden sollten Unternehmen in jedem Fall, wenn Lieferanten hochwertige Rohstoffe zum Niedrigpreis anbieten. Neben Stichprobenanalysen der Erzeugnisse selbst, gilt es die gesamte Lieferkette zu überwachen, um potenzielle Schwachstellen aufzudecken, an denen es zu Verfälschungen kommen kann. Hilfreich hierfür sind Datenbanken, die bekannte Food-Fraud-Fälle sowie andere relevante Informationen enthalten.

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30. April 2022

Der Zeckenbiss: Antworten auf häufige Fragen

Zecken-Test

Warum sich die Spinnentiere immer weiter ausbreiten, weshalb ihr Stich so gefährlich ist, und welche Massnahmen schützen können

Ob in Wäldern, im Unterholz, in der Nähe von Flüssen oder in Parkanlagen: Nahezu überall in der Natur sind Zecken zu finden. Im Frühjahr und Herbst, zwischen März und November, ist ihr Aufkommen am höchsten – die Spinnentiere lieben es warm und feucht. In den vergangenen Jahren hat sich das Zeckenaufkommen durch zunehmend wärmere Temperaturen als Folge des Klimawandels massiv gesteigert. So hat sich der für Zecken geeignete Lebensraum in der Schweiz allein zwischen 2009 und 2018 um rund 4.000 Quadratmeter vergrössert. Auch die Zahl der Zeckenstiche ist im letzten Jahrzehnt um etwa 40 Prozent gestiegen. Einer der Hauptgründe – neben den verbesserten Lebensbedingungen für die Insekten: Die Menschen halten sich vermehrt draussen in der Natur auf. Vor allem durch die Corona-Pandemie wurden Wald, Wiesen und Co. in den vergangenen zwei Jahren zu begehrten Ausflugszielen.

Doch was sollten Naturliebhaber über Zecken wissen? Wie äussern sich mögliche Borreliose- oder FSME-Infektionen nach Zeckenstichen und mit welchen Massnahmen können sich Kinder und Erwachsene draussen wirkungsvoll schützen?

Zeckenbiss oder Zeckenstich: Was ist eigentlich richtig?

Die am weitesten verbreitete Zeckenart in der Schweiz ist der Holzbock. Besonders im Frühling und Herbst sind die Spinnentiere aktiv, sie befinden sich sowohl auf Gräsern und Sträuchern in Bodenähe als auch auf Pflanzen, bis etwa 2 Meter über dem Boden. In allen Entwicklungsstadien – von der Larve über die Nymphe bis hin zur erwachsenen Zecke – benötigt sie Blut. Streifen Menschen und Tiere durch die Natur, befallen die Insekten den Körper an einer geeigneten Stelle und saugen sich dort fest. Umgangssprachlich wird meist vom Zeckenbiss gesprochen. Genau genommen stechen die Insekten ihre Opfer jedoch, um an das Blut zu gelangen. Zecken verfügen über einen Stechrüssel – mit Hilfe ihrer scherenartigen Mundwerkzeuge reissen sie lediglich die Haut des Wirtes auf, um dann mit dem Rüssel hineinzustechen und sich festzusaugen.

Wie schnell macht sich ein Zeckenstich bemerkbar?

Zeckenbisse beziehungsweise Zeckenstiche verlaufen häufig unbemerkt. Der Grund: Im Speichel der Zecke befindet sich ein Betäubungsmittel. Weitere Stoffe verhindern, dass das Blut gerinnt oder sich die Einstichstelle entzündet. So kann die Zecke im Extremfall bis zu 15 Tage am Wirt verbleiben. Mit einer ausgiebigen Mahlzeit können Zecken theoretisch bis zu zehn Jahre ohne weitere Nahrung auskommen, in der Natur überlebt der gemeine Holzbock durchschnittlich drei bis fünf Jahre. Eine ausgewachsene weibliche Zecke benötigt eine Blutmahlzeit, um ihre Eier – bis zu 3.000 Stück – ablegen zu können. Nach der Eiablage verstirbt das Weibchen; das Zeckenmännchen stirbt direkt nach der Paarung.

Warum übertragen Zecken Krankheiten?

Die Zecke filtert die für sie wichtigen Stoffe aus dem Blut heraus und verdaut diese. Nicht benötigte Flüssigkeit wird über den Saugrüssel an den Wirt zurückgegeben. Dieser Vorgang wiederholt sich während der gesamten Saugdauer – hierbei können diverse Krankheitserreger übertragen werden. Rund ein Drittel aller Zecken in der Schweiz trägt Viren und Bakterien in sich. Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gelten als typische Zeckenkrankheiten.

Was sind die ersten Anzeichen von Borreliose?

Die Borreliose (Lyme-Krankheit) gilt als eine der häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten. Sie wird durch Borrelien (Borrelia burgdorferi) übertragen. Die Bakterien befinden sich im Darm der Zecke. Je nach Gebiet tragen fünf bis 50 Prozent der Zecken in der Schweiz die Erreger in sich. Eine Borreliose-Infektion verläuft häufig zunächst unbemerkt. Etwa drei bis 30 Tage nach dem Zeckenbefall rötet sich der Stich, es kommt zur so genannten Wanderröte und teilweise zu grippeähnlichen Symptomen. Auch lange Zeit nach dem Zeckenstich können Probleme am Nervensystem oder Entzündungen an den Gelenken bei Betroffenen auftreten. Durch eine Blutuntersuchung können Borrelien nachgewiesen und die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden.

Wie gefährlich ist eine FSME-Infektion?

Als weitere typische Zeckenkrankheit gilt die Hirnhautentzündung (FSME). Sie wird durch Viren im Speichel der Blutsauger und damit meist direkt nach dem Stich übertragen. Die Zahl der Erkrankungen hat sich in den letzten acht Jahren vervierfacht – im vergangenen Jahr gab es fast 400 Fälle. Bis auf wenige Kantone gilt die gesamte Schweiz als FSME-Risikogebiet. Ähnlich wie die Borreliose bleibt auch die FSME anfangs oft unbemerkt. In der zweiten Phase nach dem Zeckenstich können Beschwerden wie starke Kopfschmerzen, Fieber, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen auftreten. Schwere Verläufe können von bleibenden Schäden bis hin zum Tod führen. Die Hirnhautentzündung kann nicht antibiotisch behandelt werden, lediglich die Symptome werden durch Medikamente gelindert. Zuverlässigen Schutz vor einer Erkrankung bietet die FSME-Impfung. Diese wird in der Schweiz vom BAG für alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Jahren empfohlen, die in Risikogebieten leben oder sich zeitweise dort aufhalten.

Übrigens: In der Schweiz gilt ein Zeckenstich als Unfall. Als einziges Land in Europa ist hier die Unfallversicherung für von Zecken übertragene Krankheiten und ihre Folgen zuständig.

Wie kann ich mich vor Zeckenbissen schützen?

Vor allem in der Zeckenhauptsaison zwischen März und November sollten bei Aufenthalten in der Natur lange und gut schliessende Kleidung sowie Kopfbedeckungen getragen werden. Auf weissen oder beigen Stoffen sind die kleinen Insekten gut sichtbar und können abgeschüttelt werden, bevor sie sich an der Haut festsaugen. Zeckenschutzmittel wie Sprays und Cremes schützen ebenfalls vor Zeckenstichen. Abends sollte der gesamte Körper nach Zecken abgesucht werden – bevorzugte Stellen sind die Kniekehlen, Achselhöhlen und Leisten, bei Kindern häufig auch der Kopf. Da Zecken, abhängig von der Luftfeuchtigkeit, auf Kleidungsstücken im Haus einige Tage überleben können, sollten diese sorgfältig ausgeschüttelt und für mindestens eine Stunde in den Wäschetrockner gegeben werden. Die heissen Temperaturen töten die Blutsauger in der Regel zuverlässig ab.

Wichtig: Vor allem Haustiere wie beispielsweise Hunde, bringen nach ausgedehnten Spaziergängen im Wald gerne Zecken mit nach Hause. Ihr Fell sollte stets gründlich abgesucht und gegebenenfalls ausgekämmt werden.

Wie wird nach einem Zeckenstich richtig reagiert?

Wird eine Zecke entdeckt, sollte diese umgehend mit Pinzette oder Zeckenzange senkrecht zur Hautoberfläche entfernt werden. Die Region rund um die Einstichstelle sollte markiert und auch einige Zeit nach dem Stich sorgfältig beobachtet werden. Kommt es zu auffälligen Rötungen der Haut oder zu grippeähnlichen Symptomen, empfiehlt sich der Kontakt zum Hausarzt. Das Problem: Häufig verlaufen die Infektionen unbemerkt, Symptome treten möglicherweise erst Wochen, Monate oder sogar Jahre nach einem Zeckenstich auf. Wer wissen möchte, ob die gefundene Zecke Borrelien oder FSME-Viren in sich trägt, kann diese an Speziallabore wie Biolytix senden. Zwar bedeutet ein Borreliose-Befund der Zecke nicht automatisch, dass die Erkrankung bei der gestochenen Person ausbricht. Doch für die Früherkennung sowie für die Sensibilisierung auf mögliche spätere Symptome einer Borreliose können derartige Zeckentests einen wichtigen Beitrag für Diagnose und Behandlung leisten. Da FSME nicht behandelbar ist, bietet die Schutzimpfung gegen die Hirnhautentzündung den einzigen zuverlässigen Schutz, um schwerwiegende Krankheitsverläufe mit teils dramatischen Folgen zu verhindern.

 

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31. März 2022

Listerien im Salat aus der Tüte: Eine buchstäblich gefährliche Mischung

Listerien im Salat

Produktrückrufe durch pathogene Keime an Lebensmitteln machen deutlich, wie wichtig strenge Hygienestandards und Kontrollen in der gesamten Lieferkette sind.

Frisch, gesund und schnell gemacht: Als Convenience-Produkte sind so genannte Fresh-Cut-Salate aus der Tüte äusserst beliebt. Leider bringen die vermeintlich bekömmlichen Mischungen häufig weniger Vitamine, dafür aber umso mehr Keime mit sich. So riefen Anfang 2021 verschiedene grosse Hersteller in der Schweiz ihre Produkte zurück, weil der Mais in ihren Fertigsalaten mit Listerien belastet war. Dabei ist das Problem nicht auf die Schweiz beschränkt – auch deutsche Studien beispielsweise beschäftigen sich mit der Keimbelastung von Convenience-Food. So hat eine Studie des Max-Rubner-Instituts in Karlsruhe bereits 2019 bestätigt, dass vor allem fertig geschnittene Salate aus der Tüte mikrobiologisch belastet sind.

Doch wie gelangen pathogene Keime wie Listerien auf die Produkte beziehungsweise in die Verpackungen? Wie gesundheitsschädlich sind sie und was müssen sowohl Hersteller als auch Verbraucher über Listerien wissen und beachten? Nachfolgend haben wir Antworten auf einige wichtige Fragen rund um die pathogenen Keime in Lebensmitteln zusammengestellt.

Was sind Listerien?

Die stäbchenförmigen Bakterien Listeria monocytogenes sind in der Natur weit verbreitet. Als Nischenkeime überleben sie in Umgebungen, in denen andere Mikroorganismen nicht lebensfähig sind. Sie benötigen nur wenige Nährstoffe und vermehren sich selbst bei niedrigen Temperaturen oder geringem Sauerstoffgehalt. Listerien finden sich sowohl in der Erde als auch auf Pflanzen sowie im tierischen und menschlichen Darmtrakt. Durch die Ernte oder Verarbeitung von tierischen Produkten wie beispielsweise beim Schlachten oder Melken, gelangen sie in die Lebensmittel. Besonders betroffen sind Milchprodukte, Fleisch und Fisch ebenso wie Convenience-Food – zum Beispiel geschnittener Salat aus der Tüte.

Warum finden sich Listerien besonders häufig auf dem Salat?

Da Listerien überall in der Natur vorkommen, kann der Salat entweder bereits auf dem Feld mit den Bakterien in Kontakt kommen oder später bei beziehungsweise nach der Ernte – unter anderem durch verunreinigtes Wasser oder durch mangelnde Hygiene bei der Kühlung. Ein grosses Problem stellt beispielsweise die Bewässerung mit verunreinigtem Wasser dar. So können die Felder von den Landwirten bei Dürre unter Umständen mit aufbereitetem Wasser aus Kläranlagen gewässert werden. Neben den Listerien gelangen auf diese Weise weitere Erreger wie Salmonellen oder Coli-Bakterien auf die Lebensmittel.

Bei den Fresh-Cut-Produkten werden im Verarbeitungsprozess für Tütensalate die Salatblätter zerschnitten. Damit wird die natürliche Schutzschicht der Pflanzen gegen Bakterien und Pilze zerstört. Der austretende Zellsaft dient Mikroorganismen wie den Listerien als Nahrung und die feuchte Atmosphäre in Plastikbeuteln begünstigt ihr Wachstum zusätzlich.

Wie gefährlich sind Listerien für den Menschen?

Listerien verursachen die Infektionskrankheit Listeriose. Diese ist vor allem für ältere Menschen, Säuglinge und Schwangere sowie für Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich. Bei Menschen mit normalen Abwehrkräften verläuft eine Infektion in der Regel milde. Bei einer Listeriose-Infektion können grippeähnliche Symptome oder Durchfall auftreten. Schwere Krankheitsverläufe sind Hirnhautentzündungen, Blutvergiftungen oder Lungenentzündungen – hier kann für Risikogruppen eine Listeriose schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Eine Listeriose-Infektion in der Schwangerschaft kann zu Schäden am ungeborenen Kind bis hin zur Fehlgeburt führen.

Gemäss Bundesamt für Gesundheit gibt es jährlich etwa 80 nachgewiesene Fälle von Listeriose-Bakterien in der Schweiz. Ausbrüche sind zwar selten, doch wenn es zu ihnen kommt, verursachen sie eine hohe Zahl von Todesfällen und Krankenhauseinweisungen. So kam es in den achtziger Jahren in der Schweiz zu einem schweren Ausbruch der Listeriose – die Bakterien wurden damals in einem Rohmilch-Weichkäse gefunden. Insgesamt 33 Menschen starben durch den Verzehr des kontaminierten Käses. 2014 erkrankten 32 Personen an Listeriose, nachdem sie Schnittsalat verzehrt hatten und zwischen 2018 und 2020 wurden mehrere Listeriose-Erkrankungen sowie Todesfälle angezeigt, nachdem in den Produkten einer Schweizer Käserei in Steinerberg Listerien gefunden wurden.

Wie können sich Verbraucher vor Listerien schützen?

Listerien siedeln sich sehr leicht und schnell auf Lebensmitteln an. Ob ein Lebensmittel kontaminiert ist, lässt sich allerdings weder sehen noch riechen oder schmecken. Auch äusserlich frisch wirkende Salate können belastet sein. Daher gilt: Fertigsalate sollten nur aus der Kühlung im Supermarkt gekauft und so schnell wie möglich verzehrt werden. Insgesamt sind vorbeugende Hygienemassnahmen auch in der heimischen Küche unabdingbar. Nicht nur die Hände, sondern auch Obst und Gemüse sollten, bevor sie verzehrt oder weiterverarbeitet werden, gründlich gewaschen werden. Um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, sollten Fleisch- oder Fischprodukte stets auf separaten Brettern und mit unterschiedlichen Messern geschnitten werden als Obst und Gemüse. Auch eine gute Kühlung sowie der schnelle Verzehr von fertigen Produkten hält das Risiko von Listerien klein. Der einzige zuverlässige Schutz, um Listerien wirklich abzutöten, ist allerdings das Erhitzen. Da das bei Produkten wie fertigem Salat aus der Tüte nicht möglich ist, gilt es diesen durchgehend zu kühlen und so schnell wie möglich zu verzehren. Risikogruppen allerdings sollten auf geschnittenen Mischsalat aus Plastikverpackungen zur Sicherheit ganz verzichten.

Was können Hersteller tun, um Listerien in ihren Produkten vorzubeugen?

Nach den schweren Listeriose-Fällen wurden besonders hinsichtlich der Käseproduktion strikte Hygienemassnahmen erlassen und regelmässige Kontrollen eingeführt. Bei der Produktion von Schnittsalaten fehlen diese Standards bislang. Die Produzenten selbst sind gefragt: Definierte Hygienestandards sowie die fortlaufende Überwachung und stichprobenartige Kontrolle der Produktions- und Lieferketten sind für Lebensmittelhersteller unabdingbar. Spezialisierte Labore wie Biolytix bieten verschiedene Methoden, um pathogene Keime in Lebensmitteln nachzuweisen. Gängige Verfahren sind beispielsweise die mikrobiologische Analyse mittels Nährbodenplatten oder immunologische (ELISA) sowie molekularbiologische (real-time PCR) Testmethoden. Die Produzenten sind verpflichtet, ein funktionierendes Selbstkontrollkonzept zu haben, um hygienisch einwandfreie Lebensmittel herzustellen beziehungsweise um mikrobiologische Kontaminationen mit Listerien und Co. frühzeitig zu erkennen.

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22. Februar 2022

Cadmium in Schokolade: Neue Studie identifiziert Schlüsselfaktoren

Cadmium in Schokolade

Amerikanische Analyse untersucht Bodenfaktoren in Anbauländern und zeigt Möglichkeiten für Landwirte, um Cadmium-Aufnahme zu minimieren

Rund zehn Kilo pro Kopf: So viel Schokolade verzehren Schweizer und Schweizerinnen jährlich . Damit ist die Schweiz Spitzenreiter unter den europäischen Ländern. Überhaupt gilt sie als Schokoladennation – immerhin sind einige der grössten Schokoladenproduzenten der Welt in der Schweiz ansässig . Sie alle werden immer wieder mit einem bekannten Problem konfrontiert: der Cadmiumgehalt in Kakaoprodukten beziehungsweise in den Kakaobohnen, der bereits in zahlreichen Studien untersucht wurde. Nun haben amerikanische Forscher gezielt die Bodenfaktoren analysiert, die den Weg des Schwermetalls Cadmium in die Kakaobohne beeinflussen. Als Schlüsselfaktoren wurden der Gesamtcadmium-Gehalt in den Anbauflächen und der pH-Wert des Bodens identifiziert. Das Ziel der neuen Analyse: den Landwirten Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Cadmium-Aufnahme bereits beim Kakaopflanzen-Anbau minimiert werden kann.

Wirtschaftliche Risiken durch belastete Kakaobohnen

Seit 2019 gelten EU-Grenzwerte für Cadmium in Schokolade. Sie zwingen die Herstellerfirmen dazu, ihre Kakaoimporte aus den betroffenen Ländern zu begrenzen und durch regelmässige Produktkontrollen die Schwermetallbelastung in ihren Kakaoerzeugnissen zu überwachen. Besonders für die rund acht Millionen Kleinbauern in Mittel- und Südamerika, für welche Kakao die wichtigste Einkommensquelle ist, stellt die Cadmiumbelastung ihrer Bohnen ein wirtschaftliches Problem dar. Mit belastetem Kakao erzielen sie weniger Einnahmen. Statt die Kakaobohnen zu deutlich höheren Preisen an Produzenten von Edelschokoladen verkaufen zu können, bleibt den Landwirten nur der Grosshandel als Abnehmer. Dieser kauft Kakaobohnen aus verschiedenen Anbaugebieten und mischt sie, um den Cadmium-Gehalt in den Produkten niedrig zu halten.

Neue Analyse berücksichtigt globale Anbauflächen

Während sich vorangegangene Untersuchungen mit dem Cadmium-Vorkommen in den Anbauflächen einzelner Länder wie Bolivien oder Honduras beschäftigten, haben die amerikanischen Forschenden der University of Illinois für ihre Analyse den gesamten Kakaogürtel unter die Lupe genommen. Das 2.200 Kilometer breite Band erstreckt sich rund um den Globus und durchzieht vier für die Kakao-Produktion relevante Kontinente. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen analysierten tausende Datenpunkte aus zahlreichen veröffentlichten Studien zu Kakaoanbausystemen auf der ganzen Welt.

Besonders cadmiumbelastet sind Kakaobohnen aus Lateinamerika. Die Ursprungsregion der Kakaobohne ist für den so genannten Edelkakao bekannt. Diese besonders aromatischen Varianten stammen unter anderem aus Peru oder Mexiko – Länder, deren Anbauflächen geogen bedingt häufig einen hohen Cadmium-Gehalt aufweisen. Die Schwermetallbelastung geht auf das natürliche Cadmium-Vorkommen in den vulkanischen Böden Mittel- und Südamerikas zurück.

Cadmium in Schokolade als Gesundheitsrisiko

Cadmium ist ein giftiges Schwermetall , welches sowohl aus natürlichen Quellen – durch vulkanische Emissionen und durch verwittertes Gestein – als auch aus der Industrie in die Umwelt gelangt. Im menschlichen Körper lagert sich das Schwermetall vorzugsweise in den Nieren oder in den Knochen an und kann in hohen Dosen gesundheitsschädlich sein. Durch regelmässigen Konsum von belasteten Kakaoprodukten können Konsumenten über Jahre hinweg beachtliche Mengen an Cadmium zu sich nehmen. Durch die EU-Höchstwerte soll Aufnahme von Cadmium aus Schokoladenprodukten für Endverbraucher minimiert werden. Sie richten sich je nach Art des Erzeugnisses. So darf Kakaopulver maximal 0,6 Milligramm Cadmium je Kilo enthalten; für eine 100 g-Tafel Bitterschokolade mit mehr als 50 Prozent Kakaogehalt gelten 0,08 Milligramm Cadmium als Grenzwert.

Wichtige Erkenntnisse für künftige Forschungen

Die Ergebnisse der amerikanischen Forscher zeigen auf, dass der Gesamtcadmium-Gehalt sowie der pH-Wert im Boden sich massgeblich darauf auswirken, wie viel Cadmium in die Kakaobohnen gelangt. Bei sauren pH-Werten ist Cadmium besser löslich und somit leichter für die Pflanze verfügbar – sie nimmt mehr Cadmium aus dem Boden über die Wurzeln auf. Als praktikabelste, bodenbasierte Minderungsstrategie empfehlen die Wissenschaftler, den pH-Wert des Bodens durch Kalkung der Anbauflächen zu erhöhen und so den Säuregehalt im Boden zu senken. Neben den Bodenfaktoren macht die Analyse ebenfalls deutlich, dass die Cadmium-Aufnahme je nach Kakao-Sorte variiert. Eine Lösung könnte also die Züchtung von Kakaosorten sein, die weniger anfällig sind. Jedoch dürfte die Investition in neues Saatgut für die meisten Kleinbauern in den von Armut geprägten Regionen Mittel- und Südamerikas nicht umsetzbar sein.

Auch wenn die Analyse der amerikanischen Forschenden keinen finalen Ausweg aus der Problematik der Cadmium-Belastung von Schokoladen bietet, zeigt sie doch neue Richtungen auf, stellt Zusammenhänge her und ebnet den Weg für eine künftige, zielgerichtete Forschung, um den Cadmium-Gehalt durch praktikable Minderungsmassnahmen langfristig beim Anbau zu reduzieren. Spezialisierte Labore wie Biolytix unterstützen Schokoladenproduzenten mit modernsten Analysemethoden dabei, Rohstoffe und fertige Produkte zu kontrollieren und die vorgegebenen Cadmium-Grenzwerte zuverlässig einzuhalten.

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7. Januar 2022

Laktosefreie Produkte: Wichtige Fakten zur Lebensmittel-Kennzeichnung

Laktosefreie Milch

Um Spezialprodukte im Handel entsprechend zu bewerben, müssen Hersteller gesetzliche Grenzwerte einhalten

Laktoseintoleranz ist eine der weltweit häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten. Allein in der Schweiz ist jede fünfte Person betroffen. Es ist inzwischen erwiesen, dass fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens laktoseintolerant werden und Milchprodukte gar nicht mehr oder deutlich schlechter vertragen. Der Grund: Um den Milchzucker (Laktose) im Körper zu verarbeiten, wird das Enzym Laktase benötigt. Dessen Produktion jedoch geht mit zunehmendem Erwachsenenalter zurück. Weil Laktose heutzutage zur Konsistenzverbesserung oder als Trägerstoff in vielen Produkten enthalten ist, kommt die Bevölkerung damit deutlich mehr in Kontakt als noch die Generationen zuvor – eine Erklärung dafür, weshalb die Zahl der laktoseintoleranten Menschen steigt.

Anders als bei einer Kuhmilchallergie, bei welcher der Körper auf das Milcheiweiss reagiert, ist bei einer Laktoseintoleranz das Immunsystem nicht involviert; der Körper kann lediglich den Milchzucker nicht verarbeiten. Laktoseintolerante Menschen können daher bei Bedarf entsprechende Lebensmittel wie Milch durch laktosefreie Produkte ersetzen. Der Handel bietet inzwischen eine grosse Auswahl an entsprechend deklarierten Spezialprodukten.

Doch ab wann dürfen Milchprodukte als laktosefrei bezeichnet werden? Wer trägt die Verantwortung für die korrekte Lebensmittelkennzeichnung und enthalten alle Milchprodukte automatisch Laktose?

Wir haben Antworten auf einige wichtige Fragen rund um die gesetzlichen Vorgaben für Hersteller zur Lebensmittelkennzeichnung zusammengestellt.

Lebensmittelkennzeichnung von verpackter Ware

Die europäische Lebensmittelinformationsverordnung regelt, welche Informationen Produktverpackungen enthalten müssen. Unter anderem gilt es für Hersteller, sämtliche Zutaten nach ihrem Anteil am Gesamtgewicht in absteigender Reihenfolge ebenso wie alle Zusatzstoffe (Emulgatoren, Aromen) auszuweisen.

Besonders strenge Regeln gelten für die Allergenkennzeichnung. Sie umfasst aktuell 14 Stoffe, auf die Menschen allergisch oder überempfindlich reagieren können. Neben Milch zählen unter anderem Soja, Weizen oder Erdnüsse dazu. Allergene Zutaten müssen in der Zutatenliste deutlich hervorgehoben werden – zum Beispiel durch Fettschrift oder durch Grossbuchstaben. Enthält ein Produkt Milch oder Milchbestandteile, müssen diese explizit als solche genannt werden.

Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel gilt auch für Betreiber von Online-Shops, welche vorverpackte Lebensmittel verkaufen. Sämtliche Pflichtangaben über Zutaten, Allergene und Co. müssen dem Konsumenten vor Kaufabschluss bereitgestellt werden.

Grenzwerte für laktosefreie Produkte

Den höchsten Laktosegehalt weisen wenig verarbeitete Produkte wie Kuhmilch auf. Im Käse dagegen ist der Milchzucker nur noch in geringen Mengen vorhanden. Generell gilt: Je länger ein Milchprodukt gereift ist, desto weniger Laktose enthält es, da während des Reifeprozesses der Milchzucker in seine Bestandteile gespalten wird. So hat Milchschokolade beispielsweise noch einen Laktosegehalt von etwa 13 Prozent, Käsesorten wie Parmesan oder Gouda weisen in der Regel weniger als 0,1 Prozent Laktose auf.

Der Handel bietet inzwischen eine Vielzahl laktosefreier Produkte. Im Unterschied zu den als vegan gekennzeichneten Lebensmitteln, welche häufig auf pflanzlichen Milchalternativen wie Soja, Hafer oder Mandel basieren, werden laktosefreie Milch, Joghurt und Co. ebenfalls aus Kuhmilch hergestellt. Die enthaltene Laktose wird während des Herstellungsprozesses in die Bausteine Glukose und Galaktose gespalten, wodurch die Produkte von laktoseintoleranten Personen problemlos verzehrt werden können.

Laut Verordnung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) über Speziallebensmittel gilt ein Lebensmittel als laktosefrei, wenn das verzehrfertige Produkt weniger als 0.1 g Laktose pro 100 g oder 100 ml enthält. Nur dann dürfen Hersteller ihre Milcherzeugnisse als laktosefrei bewerben und deklarieren. Produkte wie Hartkäse, die durch die lange Reifezeit generell wenig oder gar keine Laktose enthalten, können mit „von Natur aus laktosefrei“ bezeichnet werden.

Spurenhinweise auf Lebensmittelverpackungen

Bei vielen industriell hergestellten Produkten lassen sich Spuren von Laktose nicht ausschliessen – häufig werden in einem Unternehmen sowohl laktosefreie Produkte als auch laktosehaltige Lebensmittel produziert. Bei Transport, Lagerung oder während des Herstellungsprozesses kann es daher zu Vermischungen (Verunreinigungen) kommen. Gemäss Lebensmittelgesetzgebung muss am Ende der Zutatenliste durch einen so genannten „Kann enthalten-Hinweis“ (Kann Milch enthalten, Kann Spuren von Milch enthalten) auf unbeabsichtigte Vermischungen hingewiesen werden, falls der Laktosegehalt 1 Gramm pro Kilogramm oder Liter verzehrfertiges Lebensmittel übersteigen könnte. Mögliche Vermischungen unterhalb dieser Grenze können freiwillig mit einem solchen Hinweis ausgewiesen werden. Grundsätzlich müssen Hersteller belegen können, dass sämtliche Vorkehrungen getroffen wurden, um Kontaminierungen während der Produktion zu verhindern.

Zuverlässiges Qualitätsmanagement durch regelmässige Analysen

Die Hersteller selbst sind dafür verantwortlich, dass ihre Produkte korrekt gekennzeichnet sind, sämtliche Zutaten ausgewiesen werden und das Label „laktosefrei“ zu Recht tragen dürfen. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, sollten die Lebensmittelkennzeichnungen durch professionelle Dienstleister geprüft werden. Je nach Herstellungsverfahren setzen Speziallabore wie Biolytix auf massgeschneiderte Analytik: Untersuchungen von Lebensmitteln auf Laktosefreiheit werden für alle Arbeitsschritte im Herstellungsprozess von Lebensmitteln angeboten – vom Rohstoff bis zum Endprodukt und zusätzlich zur Überprüfung der Reinigung.

 

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16. November 2021

Weihnachten 2021: Was Sie für Ihre Planung und Logistik wissen müssen

Weihnachten 2021: Öffnungszeiten

Weihnachten und das Jahresende nähern sich in schnellen Schritten. Sie möchten während dieser Zeit unsere Leistungen nutzen und Proben im Labor analysieren lassen? – Sehr gerne! Damit Sie entsprechend planen können, bitten wir Sie folgende Hinweise zur Probenabgabe und zu unseren Öffnungszeiten zu beachten.

Unser Labor ist in der Woche vor und nach Weihnachten jeweils von Montag bis Freitag geöffnet.

Hinweis für die Anlieferung mikrobiologischer Proben am Freitag, 24.12.2021:
Lebensmittel-, Trinkwasser- und Legionellenproben können nur bis 12 Uhr entgegengenommen werden.

Hinweis für Trinkwasserproben mit Resultatwunsch vor Weihnachten – Mikrobiologie:
Um Resultatberichte für Trinkwasseranalysen noch vor Weihnachten garantieren zu können, benötigen wir Trinkwasserproben bis Dienstag, 22. Dezember .

Hinweis für GVO und Allergen Proben im Expressmodus mit Resultatwunsch vor Weihnachten:
Bei Express-, Next-Day- und Superexpress-Proben können wir ein Resultat vor Weihnachten nur garantieren, wenn die Proben bis Donnerstag, 23. Dezember 2021 bis 12 Uhr, in unserem Labor in Witterswil eintreffen!

Ab Montag, 3. Januar 2022 sind wir wieder mit normalen Öffnungszeiten für Sie da!

Vielen Dank für Ihr Verständnis, wir wünschen Ihnen frohe Festtage!

-Biolytix Team

5. November 2021

Legionellen in der Zahnarztpraxis – Selbstkontrolle durch regelmässige Wasseranalysen

Legionellen in der Zahnarztpraxis – Selbstkontrolle durch regelmässige Wasseranalysen

Das Spülwasser in Schweizer Zahnarztpraxen ist teilweise massiv keimbelastet. Durch Wasseruntersuchungen und Hygienemanagement kann die Praxishygiene in der Zahnarztpraxis aktiv verbessert werden.

Die Wasserqualität in zahnärztlichen Behandlungseinheiten: ein Thema, über welches seit Jahren diskutiert wird, denn diese ist in vielen Schweizer Zahnarztpraxen mangelhaft. Von über 260 Proben aus 21 Zahnarztpraxen in der Deutschschweiz, waren im vergangenen Jahr fast 60 Prozent stark keimbelastet. Viele Proben wiesen Werte von mehreren Zehn- bis Hunderttausenden koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Milliliter Wasser auf – beim Trinkwasser gilt die gesetzliche Obergrenze von 300 KBE/ml.

Da verbindliche rechtliche Standards fehlen, müssen die Zahnarztpraxen selbst aktiv werden und zuverlässige Hygienekontrollen etablieren – beispielsweise durch die Kooperation mit unabhängigen Analyselaboren wie Biolytix. Das Speziallabor für molekularbiologische und mikrobiologische Analytik hat sich mit „Dentalytix“ unter anderem auf die Prüfung der Spülwasserqualität in Zahnarztstühlen sowie auf umfassendes Hygienemonitoring für Zahnarztpraxen und Dentalhygienebetriebe spezialisiert.

Legionellen in Zahnarztpraxen – Dentaleinheiten bieten idealen Nährboden

Als so genannte Umweltkeime können Legionellen in fast allen natürlichen feuchten Milieus in meist geringen Mengen nachgewiesen werden. In künstlichen, von Menschen geschaffenen Wassersystemen dagegen, finden sie beste Bedingungen, um sich umfassend zu vermehren. Die Legionellen-Konzentration im Wasser ist stark temperaturabhängig, die Bakterien präferieren Werte zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Die zahlreichen kleinen Schläuche, welche das Frischwasser innerhalb der dentalmedizinischen Geräte einer Zahnarztpraxis durchläuft, bilden für das Bakterium Legionella pneumophila einen idealen Nährboden.

Bei einer zahnärztlichen Behandlung kommt es häufig zu kleinen Verletzungen oder zu grösseren Wundflächen im Mundraum, durch welche verschiedene Keime in die menschliche Blutbahn gelangen können. Zudem wird das Wasser während der Zahnbehandlung durch schnell drehende Geräte wie dem Bohrer zu feinen Aerosolen zerstäubt. Diese werden über die Atemwege aufgenommen und sind ein häufiger Infektionsweg für die lebensbedrohliche Legionellose (Legionärskrankheit). Die durch Legionellen verursachte Lungenkrankheit hat in der Schweiz in den vergangenen Jahren zugenommen. So wurden 2019 582 Fälle von Legionellose verzeichnet; fünf bis zehn Prozent der Erkrankungen verliefen tödlich.

Umfassende Praxishygiene und regelmässige Wasseranalysen durch unabhängige Labore

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Erkrankungen durch Legionellen, hat das für Trinkwasser zuständige BLV bereits 2017 zwei Höchstwerte für Legionellen im Wasser aus sanitären Anlagen festgelegt – diese sind in der Lebensmittelgesetzgebung geregelt.

Verbindliche Standards durch definierte Grenzwerte – wie beispielsweise für die Keimbelastung des Spülwassers in Zahnarztpraxen – fehlen jedoch. Auch sind Zahnarztpraxen nicht verpflichtet, die Wasserqualität regelmässig testen zu lassen. Dabei ist das Spülwasserproblem in den Zahnarztstühlen seit langem bekannt und nicht nur auf die Schweiz beschränkt. So wurden in Deutschland bereits 2013 durch das hessische Zentrum für Mikrobiologie in jedem vierten Zahnarztstuhl Legionellen nachgewiesen.

Was können die Praxen also tun, um die Wasserhygiene zu verbessern und damit die Gesundheit von Patienten und Praxismitarbeitern zu schützen? – Neben dem täglichen, mindestens dreiminütigen Spülen der Dentaleinheiten vor Arbeitsbeginn, dient die Zusammenarbeit mit unabhängigen Analyselaboren wie Biolytix dazu, den sachgerechten Betrieb durch regelmässige Wasseruntersuchungen zu belegen. Das Unternehmen bietet umfassendes Hygienemonitoring für Zahnarztpraxen und Dentalhygienebetriebe an. Es werden sowohl die fachgerechte Reinigung von Oberflächen und Geräten als auch die Wasserqualität an den Zahnarztstühlen und der Hygienestatus der Hände des Personals getestet. Die Gesamtkeimzahl kann durch entsprechende Massnahmen reduziert werden.

Mindestens einmal jährlich sollte das Spülwasser in Dentaleinheiten durch Wassertests mikrobiologisch untersucht werden – eingebettet in einen umfangreichen Hygieneplan für Zahnarztpraxen. Als langfristiges Ziel muss dem Praxispersonal ein Leitfaden an die Hand gegeben werden, wie er für die Sterilisation von Praxisgeräten beispielsweise schon lange gilt. Es bedarf klarer Richtlinien und Checklisten, um die Tests des Spülwassers und damit die Wasserhygiene zu dokumentieren, perspektivisch die Gesamtkeimzahl zu reduzieren und durch zuverlässige Hygienekontrollen aktiv zur Prävention von Legionellen-Erkrankungen beizutragen.

Gerade während der Corona Pandemie ist es sehr wichtig die Hygienestandards einzuhalten. Deswegen empfehlen wir regelmässige Hygienekontrollen im eigenen Betrieb.
Bei Fragen stehen wir gerne zu Verfügung.
Kontaktieren Sie uns!

20. November 2020

Biolytix: Öffnungszeiten über Weihnachten und Neujahr 2020

Schneeflocke

Unsere Labors sind über Weihnachten und Neujahr nur an gewissen Tagen geöffnet. Bitte beachten Sie die angepassten Daten für Ihre Planung und Logistik:

Biolytix bleibt an folgenden Tagen geschlossen:
– Weihnachten: Freitag, 25. Dezember 2020
– Neujahr: Freitag, 1. Januar 2021

Für die Probenanlieferung ist folgendes zu beachten:

Trinkwasserproben vor Weihnachten – Mikrobiologie
Um Resultate noch vor Weihnachten garantieren zu können, benötigen wir Trinkwasserproben bis Montag, 21. Dezember
Lebensmittel-, Trinkwasser- und Legionellenproben können bis und mit Donnerstag, 24. Dezember bis 12 Uhr entgegengenommen werden.

GVO und Allergen Proben im Expressmodus
Bei Express-, Next-Day- und Superexpress-Proben können wir ein Resultat vor Weihnachten nur garantieren, wenn die Proben bis und mit Mittwoch, 23. Dezember 2020, in unserem Labor in Witterswil eintreffen!

Ab Montag, 4. Januar 2021 sind wir wieder mit normalen Öffnungszeiten für Sie da!

Vielen Dank für Ihr Verständnis, wir wünschen Ihnen frohe Festtage!

-Biolytix Team

21. Oktober 2020

CertiQua gibt Qualitätslabel „sehr gut“ für die Firma Biolytix AG

Witterswil, 20. Oktober 2020 – Biolytix AG aus Witterswil hat die Auszeichnung «sehr gut» von CertiQua erhalten – sie gehört damit zu den Top Betrieben der Branche.

Das Qualitätslabel CertiQua vergibt die Auszeichnung nur an Betriebe, die von ihren Kunden regelmässig Bestnoten bekommen. CertiQua ist eine unabhängige Organisation und stellt sicher, dass die Leistung der Betriebe auf Basis echter Kundenfeedbacks bewertet wird. Im Fokus der Befragung stehen die Faktoren Termintreue, Kompetenz, Kundenorientierung sowie Preis-Leistungs-Verhältnis.

„Eine ausgezeichnete Leistung“ betont Caroline Roosens von CertiQua, „das beweist, für die Firma Biolytix AG steht die Zufriedenheit ihrer Kunden an erster Stelle“.
Auch nach der Verleihung des Labels überprüft CertiQua kontinuierlich, ob die Kunden weiterhin zufrieden sind. Privat- und Geschäftskunden werden so immer aktuell über die bestqualifizierten Betriebe informiert.

Adrian Härri, CEO der Biolytix, freut sich über das Label: «Diese Auszeichnung zeigt uns, dass wir die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunde erfüllen und dass unsere Arbeit geschätzt wird.»

Die aktuelle Bewertung der Biolytix kann hier eingesehen werden: Biolytix AG – CertiQua Firmendetails

Über CertiQua

 

Das unabhängige Bewertungsportal CertiQua ermittelt die Kunden- und Qualitätsorientierung von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben. Kunden dieser Betriebe erhalten pro Auftrag einen spezifischen link, auf welcher sie die Auftragserfüllung, speziell Faktoren wie Kompetenz, Kundenorientierung, Preis-Leistung usw. benoten können. Betriebe, die von ihren Kunden kontinuierlich mit „sehr gut“ bewertet werden, erhalten das CertiQua Qualitätslabel. Die ausgezeichneten Betriebe können auf der Interseite von CertiQua bequem nach Postleitzahl gesucht werden. www.certiqua.ch

2. September 2020

Mikrobiologische Prüfung von Hygienemasken gemäss ISO Normen

Hygienemasken

Witterswil, 2. September 2020 – Hygienemasken sind mittlerweile ein Alltagsprodukt. Jedoch findet man Masken von unterschiedlicher Qualität im Umlauf. Diese Tatsache wurde am auch 1. September von der Schweizer Sendung «Kassensturz» aufgedeckt.

Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihre Masken fachgerecht gelagert wurden und die Vorschriften gemäss ISO Normen vom Produzenten erfüllt wurden, sind wir der richtige Partner.
Für medizinische Schutzmasken vom Typ II ist zum offiziellen Inverkehrbringen eine Prüfung des Keimgehalts gemäss EN14683 mit Untersuchung der Mikrobiologischen Reinheit gemäss ISO11737-1 erforderlich. Bei der Prüfung gemäss ISO 11737 wird zudem das Vorhandensein von Schimmelpilzen ermittelt.

Folgende Analysen können wir anbieten: Mikrobiologische Reinheit (Bioburden) nach ISO11737-1

Eine Identifikation morphologisch unterschiedlicher Schimmelpilze kann im Anschluss mittels Massenspektroskopie (MALDI-TOF-MS/MS) durchgeführt werden. Eine Einordnung des pathogenen Potentials für die festgestellten Schimmelpilze ist zudem im Anschluss möglich.

Weitere Analysen:
– Bakterielle Filterleistung nach EN14683 Anhang B
– Bestimmung der Atmungsaktivität (Differentialdruck) nach EN14683 Anhang C
– Prüfung gegen Durchdringung/ Spritzschutz gemäss ISO22609
– Biokompatibilitätstest für Medizinprodukte: Zytotoxizitätsprüfung gemäss ISO10993-5
 
 

Quelle:
– Kassensturz – Hygienemasken vom 2. Sept 2020 – https://srf.ch/play/tv/redirect/detail/359852c4-4410-4984-b88f-741fb6a774a6
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Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse.

15. Juli 2020

Coronavirus Gesundheitsmonitoring für Mitarbeiter und Unternehmen ein wichtiger Bestandteil des Personalhygiene-Konzeptes

Coronavirus

Witterswil, 15. Juli 2020 – Seit Mitte Juni 2020 sind in der Schweiz viele Massnahmen zur Bekämpfung des neuen Coronavirus vom Bundesrat aufgehoben worden, trotzdem bleibt ein Restrisiko bestehen.

Die Restriktionen und auch zusätzlich implementierten Hygieneregeln erforderten in vielen Betrieben eine Prozessanpassung. Die individuellen Verhaltensregeln sowie das Ausbleiben der zahlreichen Kundenbesuche haben für viele Unternehmen den Geschäftsalltag verändert.

Mit der Mitteilung vom 24. Juni 2020 übernimmt der Bund auf Grundlage der aktualisierten Beprobungsstrategie des BAG die Kosten der ambulant durchgeführten molekularbiologischen und serologischen Analysen und damit verbundenen Leistungen auf SARS-CoV-2 bei Personen, welche die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien des BAG vom 24. Juni 2020 erfüllen.

Da für viele Betriebe und Firmen die Kriterien des BAGs nicht erfüllt sind, aber der Geschäftsalltag trotzdem wahrgenommen werden muss, hat Biolytix ein spezielles Angebot zusammengestellt.

Unternehmen, die präventive Corona-Massnahmen mit einem systematischen und pragmatischen Monitoring der Mitarbeiter verbinden möchten, können sich bei uns melden. Dies sichert nicht nur die Sicherheit der Mitarbeiter, sondern auch die allgemeine Prozesssicherheit des Unternehmens.

Beispiel für einen möglichen Monitoring Ablauf

Wir untersuchen Ihre Rachen-Abstrichproben, welche von Ihrem Betriebsarzt entnommen werden, molekularbiologisch auf SARS-CoV-2 und detektieren damit akute Infektionen bzw. potenzielle Virusausscheider.

Darüber hinaus können wir auch Blutproben, welche von ihrem betriebsinternen Ärzteteam entnommen werden, auf spezifische SARS-CoV-2-IgG und IgM-Antikörper testen. Diese weisen auf überstandene Infektionen und damit auf eine mögliche bestehende Immunität hin.

Gerne erstellen wir ein kundenspezifisches Angebot für die systematische Testung Ihrer Mitarbeiter.

BAG_Vergütung Analysen auf SARS-CoV-2
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Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse.

1. Juli 2020

GobiX GmbH und Biolytix AG vereinen ihre Kräfte, um ein schlüsselfertiges, CE zertifiziertes COVID-19 Testkitproduktionssystem bereitzustellen

Biolytix_Gobix

Dieses ermöglicht eine unabhängige Vor-Ort-Produktion, wo und wann auch immer sie benötigt wird.

Baar, Schweiz – 30 Juni 2020 GobiX GmbH, ein MedTech Startup sowie Biolytix AG, ein ISO 17025-akkreditiertes Dienstleistungslabor mit Sitz mit Sitz in der Schweiz, verkünden ihre Zusammenarbeit, um sich dem Problem der globalen COVID-19 Testkitknappheit anzunehmen. Dieses Vorhaben wird dank Formlabs, einer der führenden auf 3D Druck spezialisierten Firmen, ermöglicht. Diese Zusammenarbeit erlaubt GobiX GmbH die schnelle Bereitstellung von nasalen COVID-19 Test-Tupfer, mit Virus deaktivierenden und konservierendem Lösungspuffer für flüssige Proben und die Wissensweitergabe zur Verbesserung von unabhängigen Testeinrichtungen überall wo sie benötigt werden, überall auf der Welt.

Das aus Experten vieler Fachbereiche bestehende Team von GobiX GmbH und Biolytix AG schloss sich während des Höhepunkts des Corona-Ausbruchs, auf Grund der COVID-19 Nasopharyngal-Tupfer Knappheit, kurzerhand in der Schweiz zusammen. In weniger als einem Monat hatte die Schweiz die nötigen Materialien und verfügte über das nötige Wissen, um genug eigene Tests herzustellen, um damit alle Personen mit COVID-19 Symptomen zu testen.

Die Tupfer und die Lösung zur Sammlung der Viren, welche in der Schweiz vor der COVID-19 Krise verwendet wurden, wurden in anderen Ländern hergestellt, was die Schweiz extrem anfällig für Störungen oder Unterbrechungen der Versorgungskette machte. Wegen der globalen Knappheit und auch um eine Unabhängigkeit von internationalen Versorgungsketten sicherzustellen, startete der Oberfeldarzt der Schweizer Armee, welcher verantwortlich für die Koordinierung der Vorbereitungen und den Einsatz der schweizerischen Gesundheitsressourcen in besonderen und aussergewöhnlichen Situationen ist, kollaborative Bemühungen, um eine Produktion innerhalb der Schweizer Grenzen zu ermöglichen.

Dank der raschen Zusammenarbeit zwischen der Armee, GobiX GmbH, seinen Partnern Formlabs und Biolytix AG, sowie freiwilligen Experten im Bereich Gesundheit, hat die Schweiz eine eigene COVID-19 Testkitproduktionskette innerhalb ihrer Grenzen in weniger als einem Monat errichten können – ein Prozess der normalerweise Monate oder gar Jahre dauert.

In dieser Zeit nutzte die GobiX GmbH ihr medizinisches und technisches Know-how und erschloss in ihrem Netzwerk ein schnelles, skalierbares System für die Tupfer- und Transportflüssigkeitsproduktion.

Das Tupfer-Design – entwickelt von GobiX GmbH-Mitbegründer Patrice Gobat, Maschinenbauingenieur und 3D-Druck-Experte der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) – kann bei Bedarf massstabsgetreu gedruckt werden, wobei jeder Drucker im Büroformat bis zu mehrere hundert Tupfer pro Tag herstellen kann.

Der Arzt und Mitbegründer der GobiX GmbH, Michel Bielecki, teilte mit, dass das Unternehmen ihre Lösung im April 2020 erfolgreich für eine Studie an 440 Schweizer Armee-Mitarbeitern prototypisiert und eingesetzt habe. «Zwei der grossen Probleme bei COVID-19 Tests sind einerseits: Die Verfügbarkeit von Testkits, weil wir uns auf die externe Produktion verlassen und andererseits: Die Genauigkeit und der Komfort, da die Verwendung eines Baumwolltupfers, die derzeit wegen des Optionsmangels weit verbreitet ist, sehr ungenau für diagnostische Zwecke und zugleich unangenehm für den Patienten ist. Unsere Lösung kann den Mangel nicht vollständig aus der Welt schaffen, aber sie stellt sicher, dass wir einen effizienten und komfortablen Abstrich haben und kurzfristige Engpässe, in Zeiten in denen das Timing entscheidend ist, umgehen können.»

Die Tupfer, die GobiX während des ersten Schweizer COVID-19 Ausbruchs im Tessin (Schweiz) entworfen und von einem Team von zehn Ärzten und medizinischen Laboranalysten auf Effizienz, Testfreundlichkeit und Patientenkomfort klinisch hat testen lassen, sind als Medizinprodukt der Klasse I CE-zertifiziert und in Produktion. Die GobiX GmbH produziert und verpackt die Tupfer für den landesweiten Vertrieb an Teststandorten.

Divisionär Andreas Stettbacher, Oberfeldarzt der Schweizer Armee und Beauftragter des Bundesrats erklärt: «Es ist eine Frage der nationalen Sicherheit, COVID-19 Prüfsysteme im Land bereitstellen zu können. Durch enge Zusammenarbeit mit alten und neuen Partnern haben wir in Rekordzeit eine neue Schweizer Testproduktion geschaffen. Von der Idee bis zur Umsetzung in nur zwei Wochen zeigt sie die Resilienz und Innovationsfähigkeit der öffentlich-privaten Schweizer Partnerschaften, um den Herausforderungen unserer Gesellschaft zu begegnen.»

Adrian Härri, CEO der Biolytix AG sagt: «Der Schlüssel zur Bekämpfung von COVID-19 besteht darin, die infizierten Personen so früh wie möglich zu identifizieren. Das ist auch die Motivation für unsere Zusammenarbeit mit GobiX und Formlabs – wir arbeiten zusammen, um den kritischen Bedarf an Arbeitsmitteln und Ausrüstungsgegenständen, die für die sichere Beprobung und den Transport von viralen Proben benötigt werden, zu decken. Eine der grossen Herausforderungen besteht darin, den Transport des pathogenen Virus in die Analyseeinrichtung ohne erhöhte Risiken zu transportieren. Unsere Probenentnahmeflüssigkeit deaktiviert das Virus bei Kontakt, konserviert die virale RNA für bis zu vier Tage und erfordert keinen gekühlten Transport, was Tests an entlegenen Orten und die Sicherheit aller Beteiligten erheblich verbessert. Darüber hinaus haben Vergleichstests gezeigt, dass die 3D-gedruckten Tupfer im Vergleich zu ihren herkömmlichen Gegenspieler eine höhere Menge an RNA liefern und die Genauigkeit der real-time PCR-Tests deutlich verbessern. Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Entwicklung in dieser globalen Krise zu präzisen Tests beitragen wird.»

Stefan Holländer, General Manager von Formlabs EMEA meint dazu: «Ein einziger Form-3B-Drucker kann Hunderte von Tupfern pro Tag mit einem zertifizierten, biokompatiblen Material der Klasse 1 herstellen. Der Form 3B-Drucker ermöglicht eine schnelle, lokalisierte Produktion von essentiellen Werkzeugen, die benötigt werden, um Mitarbeiter im Gesundheitswesen an der Front der COVID-19 Pandemie zu unterstützen. Wir freuen uns, dass 3D-gedruckte Tupfer der GobiX GmbH Schweiz nun ihren Teil dazu beitragen, COVID-19 Tests schnell und wirtschaftlich zu erweitern, um Leben in schwer betroffenen Gebieten weltweit zu retten.»

GobiX GbmH ging eine Partnerschaft mit Inqaba Biotechnical Industries (Pty) Ltd ein, um Abstrichproduktionssysteme in Subsahara-Afrika zu vertreiben. Dr. Oliver Preisig, Executive Director von Inqaba Biotechnical Industries (Pty) Ltd, erklärte: «Der gesamte afrikanische Kontinent ist von der, durch die Grenzschliessungen noch zusätzlich verstärkten, Knappheit der COVID-19 Testkomponenten betroffen. Dank der strategischen Partnerschaft mit der GobiX GmbH für die Abstrichproduktionssysteme und der eigenen Infrastruktur mit Büros in Ghana, Nigeria, Kenia, Senegal und Tansania, sowie Mitarbeitern in Namibia, Uganda, Kamerun, Mali und Simbabwe, haben wir die einzigartige Fähigkeit, umfassende Tests in ganz Afrika zu ermöglichen. Dieses für ein Life-Science-Unternehmen einzigartige Netzwerk ist derzeit unerlässlich, um die COVID-19 Tests in Subsahara-Afrika zu unterstützen, da wir Teammitglieder in jedem dieser Länder haben. Wir sind bereit, das Tupfer-Produktionssystem sofort und ohne Verzögerung zu implementieren, Leute testen zu lassen und zu helfen die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.»

Prof. Patricia Schlagenhauf, Co-Direktorin des WHO Collaborating Centre for Travellers Health an der Universität Zürich (UZH) und COVID-19 Forschungspartnerin des GobiX-Mitbegründers M. Bielecki, sagte: «Der Zugang zu Tests und Testkits ist besonders in ressourcenschwachen, gefährdeten Ländern wichtig. Ohne Tests werden die Entwicklungsländer nicht in der Lage sein, die Ausbreitung von COVID-19 zu überwachen und zu kontrollieren.»

Medienmitteilung (DE)

2. Juni 2020

Nahrungsergänzungsmittel Reinheitsprüfung in NMN und Schwermetall-Screening

Nahrungsergänzungsmittel - Food Supplements

Das Schweizer Recht definiert Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel, die dazu bestimmt sind, die normale Ernährung zu ergänzen. Sie bestehen aus Einzel- oder Mehrfachkonzentraten von Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung und werden in dosierter Form vermarktet.

Das Gesetz unterscheidet auch zwischen Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. niedrig dosierte Vitaminpräparate und angereicherte Lebensmittel) und Heilmittel (z.B. hochdosierte Vitaminpräparate mit Heilanpreisungen und Behauptungen über die medizinische Wirkung).

Viele Nahrungsergänzungsmittel, Nährstoffzusätze und andere nicht regulierte Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen Popularitätszyklen. Biolytix beobachtet diese Zyklen durch die verschiedenen Kundenwünsche und Anfragen, die sie erhält. Eine besonders häufig gestellte Frage ist die Überprüfung des Reinheitsgehalts von Nicotinamidmononukleotid oder NMN.

Nicotinamidmononukleotid (NMN) wird oft über das Internet verkauft, mit dem Versprechen, das Altern zu verlangsamen, und mit der Behauptung, eine längere Lebensdauer zu fördern. Aufgrund der hohen Nachfrage und der hohen Produktkosten scheinen einige nicht vertrauenswürdige Unternehmen begonnen zu haben, gefälschte NMN-Präparate zu verkaufen.

 

Prüfung der Reinheit von NMN und Schwermetall-Screening

 

Wir bieten NMN-Reinheitsanalysen an und empfehlen dringend das Produkt auch auf Schwermetalle zu testen, um sicherzustellen, dass das Produkt das enthält, was es verspricht.

  • Nicotinamid-Mononukleotid-Analyse (HPLC-MS/MS)
  • Schwermetall-Screening (ICP-MS)

Wir analysieren folgenden Elemente:

 

AluminiumMangan
AntimonMolybdän
ArsenNatrium
BariumNickel
BerylliumPhosphor
BismutPlatin
BleiQuecksilber
BorRhodium
KadmiumSelen
KalziumSilber
CäsiumStrontium
ChromThallium
EisenThorium
GalliumTitan
GoldUran
KaliumVanadium
KobaltWolfram
KupferZink
LanthanZinn
LithiumZirkonium
Magnesium

 

Disclaimer / Quellen
Kontaktieren Sie uns

24. April 2020

Biolytix: Öffnungszeiten über 1. Mai - Tag der Arbeit

Unsere Labors bleiben am 1. Mai 2020 – Tag der Arbeit geschlossen. Bitte beachten Sie die angepassten Daten für Ihre Planung und Logistik:

Wasser- und Lebensmittelproben – Mikrobiologie
Um Resultate noch vor dem Tag der Arbeit garantieren zu können, benötigen wir Trinkwasser- und Lebensmittelproben bis Montag, 27. April 2020 bis 12:00 Uhr:

Wasserproben zur Prüfung auf Trinkwasserhygiene:
– Proben mit Eingang Montag, 27. April 2020 -> Analysebericht 30. April 2020
– Proben mit Eingang ab Dienstag, 28. April – 30. April 2020 -> Analysebericht 4. Mai 2020

Probenannahme Wasser – Mikrobiologie
Wasserproben zur Prüfung auf Trinkwasserhygiene und Legionellen können in der Woche vom 27. April bis Donnerstag 30. April um 15 Uhr entgegengenommen werden.

Allergene- und GVO-Proben
Freitag, 01.05. 2020: kein Empfang, Analyse und Bearbeitung von EXPRESS- und NEXT-DAY-Proben

Ab Montag, 4. Mai 2020 sind wir wieder mit normalen Öffnungszeiten für Sie da!

Vielen Dank für Ihr Verständnis und bleiben Sie gesund!

-Biolytix Team

6. April 2020

Öffnungszeiten über Osterfeiertage 2020

Auf Grund der Osterfeiertage bleibt die Biolytix AG am Freitag, 10. April 2020 sowie am Montag, 13. April 2020 geschlossen.

Für Ihre Planung und Logistik bitten wir Sie daher um Beachtung folgender Hinweise:

Mikrobiologie – Wasser- und Lebensmittelproben 
Bitte beachten Sie, dass wir in der Woche 15 (vor Ostern) Trinkwasser- und Legionellen-Proben nur bis Donnerstag, 9. April 2020 um 16:00 Uhr für die entsprechenden Analysen entgegennehmen können.

Mikrobiologische Resultate werden für abgeschlossene Aufträge ab Dienstag, 14. April 2020 verfügbar sein.

Express: Allergen-Lebensmittelproben, sowie Futtermittel und Saatgut Proben
24 Stunden Express: Bei Probeneingang bis Mittwoch, 8. April 2020 kann das Resultat am Donnerstag, 9. April 2020 garantiert werden.

8 Stunden Superexpress: Bei Probeneingang bis Donnerstag, 9. April 2020 bis 11:00 Uhr kann das Resultat am Donnerstag, 9. April 2020 abends garantiert werden.

Ab Dienstag 14. April 2020 sind wir wieder mit normalen Öffnungszeiten für Sie da!

Zusammenfassung
Biolytix bleibt an folgenden Tagen geschlossen:
– Freitag, 10. April 2020 Karfreitag
– Montag, 13. April 2020 Ostermontag

18. März 2020

Coronavirus / Covid-19 Biolytix ist geöffnet und analysiert weiterhin

Biolytix AG bleibt geöffnet und bietet ihre Dienstleistungen wie gewohnt an. Wir rechnen mit keinen nennenswerten Verzögerungen.

Kontaktieren Sie uns!

20. November 2019

Biolytix AG kann Xylella fastidiosa nachweisen und produziert auf Anfrage Kits

Xylella Olivenbaum in Apulien

– Xylella fastidiosa verursacht grosse Schäden an Kulturpflanzen in Europa, vor allem in Italien, Spanien und Frankreich
– Real-time PCR Analysekits für Xylella fastidiosa auf Anfrage erhältlich

Witterswil, 20. November 2019 – Xylella fastidiosa, ein vektorübertragenes bakterielles Pflanzenpathogen, verursacht derzeit in Teilen Europas grosse Probleme. Xylella fastidiosa wurde im Jahr 2013 an Olivenbäumen in Süditalien erstmals in Europa nachgewiesen. Seitdem wurde das krankheitserregende Bakterium auch in Frankreich, Spanien und Deutschland gemeldet.

Im süditalienischen Salento hat das pathogene Bakterium zum sogenannten «Olive Quick-Down-Syndrom» (OQDS) geführt, was das Absterben der Blätter, Zweige und Äste des Olivenbaums zur Folge hat, so dass die Bäume keine Olivenpflanzen mehr produzieren können.

«Planzenpathogene wie Xylella fastidiosa können schwerwiegende Einflüsse auf die Wirtschaft von ganzen Regionen haben, vor allem wenn die Krankheit auf wichtige Nutzpflanzen übertragen wird» sagt Dr. Ralf Seyfarth, CSO der Biolytix.

Die Geschwindigkeit und Präsentation der Symptome auf der Pflanze hängt sehr stark von folgenden Faktoren ab: Wirtspflanzenart, dem Niveau des bakteriellen Inokulums, der beteiligten Unterarten und sogar den spezifischen Rekombinationen innerhalb derselben oder verschiedener Unterarten sowie den klimatischen Bedingungen. (siehe Merkblatt von Agroscope: Das Feuerbakterium – Xylella fastidiosa)

Dank unserem Team von engagierten Wissenschaftlern sind wir in der Lage, eine Analysemethode für den Nachweis von Xylella fastidiosa anzubieten. Wenn ein Verdacht auf Xylella besteht und Sie sicher gehen wollen, dass es sich nicht um Xylella fastidiosa handelt – kontaktieren Sie uns!

Für Analyselabors und Institute: Wir stellen auch Xylella fastidiosa real-time PCR Analysekits für sämtlichen gängigen real-time PCR Geräte her.

Kontaktieren Sie uns!
Quellen:
  • https://www.blw.admin.ch/blw/en/home/nachhaltige-produktion/pflanzenschutz/pflanzengesundheit-eidg-pflanzenschutzdienst/schutz-vor-besonders-gefaehrlichen-schadorganismen/xylella-fastidiosa.html
  • https://www.researchgate.net/figure/Xylella-fastidiosa-the-causal-agent-of-Pierces-and-other-diseases-Credits-Dr_fig1_237746731
  • https://ec.europa.eu/food/plant/plant_health_biosecurity/legislation/emergency_measures/xylella-fastidiosa_en
  • https://www.efsa.europa.eu/en/topics/topic/xylella-fastidiosa
  • http://www.confor.org.uk/media/246789/9-things-you-need-to-know-about-x-fastidiosa.pdf

7. Dezember 2018

Tod von Verwaltungsrat Prof. Dr. Oreste Ghisalba

Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat der Biolytix haben die schmerzliche Pflicht zu informieren, dass Prof. Dr. Oreste Ghisalba, Biolytix Gründungsmitglied, Verwaltungsratsmitglied der ersten Stunde und langjähriger Freund, am 4. Dezember 2018 im Alter von 72 Jahren unerwartet hingeschieden ist.

Das gesamte Biolytix Team spricht seiner Ehefrau und der ganzen Familie ihr aufrichtiges Beileid aus.

Mit Oreste Ghisalba verlieren wir einen langjährigen Freund und kompetenten Kollegen. Seine langjährige Erfahrung und sein Netzwerk haben die Firma von Anfang an geprägt und waren essentiell für den Erfolg der Firma.

Der Verwaltungsrat wird die Nachfolge von Oreste zu gegebener Zeit in Angriff nehmen.

18. Oktober 2018

Häufung von Listeriose-Fällen in der Schweiz

Listeriose

– Bundesamt für Gesundheit informiert: Ungeklärte Häufung von Listeriose-Fällen
– Listeriose wird durch Bakterium Listeria monocytogenes verursacht
– Biolytix analysiert Lebensmittel routinemässig auf Listeria monocytogenes

Witterswil, 18. Oktober 2018 – Seit Mitte 2018 zeigt die wöchentliche Statistik vom Bundesamt für Gesundheit eine ungewohnte Zunahme von Listeriose-Fällen auf. Das Bakterium Listeria monocytogenes, kommt in der Umwelt fast überall vor und kann bei einer Infektion zu einer Listerioseerkrankung beim Menschen führen.

Eine Übertragung erfolgt insbesondere durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Die Listeriose ist eine eher seltene Infektionskrankheit, sie kann aber bei immungeschwächten Personen schwere Folgen haben. Bei Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit Listerien infizieren, kann es auch zu einer Ansteckung des Kindes kommen.

Als Infektionsquellen kommen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Rohmilch und Milchprodukte (z.B. Weichkäse), aber auch pflanzliche Lebensmittel (z.B. vorgeschnittene Salate oder Früchte) infrage.

Biolytix analysiert verschiedene Lebensmittel routinemässig auf Listeria monocytogenes und kann qualitative und quantitative Testmethoden anbieten.

Das Resultat steht innerhalb von 3-4 Tagen zu Verfügung. Senden Sie uns bei Interesse Ihre Lebensmittelproben mit dem unten angehängten Auftragsformular.

Nachweis von Listeria monocytogenes

Methode:
real-time PCR, nach Anreicherung gem. EN/ISO 11290-1, qualitativ
Dauer: 3-4 Tage
Analysecode: Lmo

Methode:
Keimzählung gemäss EN/ISO 11290-2, quantitativ
Dauer: 3-4 Tage
Analysecode: Lmo quant

(Quelle: BAG Bulletin 42/18: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/aktuell/news/bag-bulletin.html)

Weitere Analysen im Bereich Mikroorganismen.

2. Juli 2018

Biolytix AG feiert 20 Jahre Jubiläum mit neuem Logo, neuer Webseite und neuen Projekten

– Jubiläumsfest im Technologie Zentrum Witterswil mit über 100 geladenen Gästen
– Neues Logo, neue Webseite, neues Kundenportal – wurden am Jubiläum enthüllt und vorgestellt
– Reden von Christoph Keigel (Verwaltungspräsident Biolytix AG), Dr. Remo Ankli (Solothurner Regierungsrat) und Adrian Härri (Gründer und CEO Biolytix AG).

Witterswil, 2. Juli 2018 – Mit einem grossen Fest hat Biolytix AG, im Technologie Zentrum Witterswil am 29. Juni 2018 ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Das Dienstleistungslabor für molekular- und mikrobiologische Analysen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten national und international einen Namen gemacht und konnte sich bei über 100 internationalen geladenen Gästen für das Vertrauen und die Treue bedanken.

Was vor zwanzig Jahren mit zwei Mitarbeitern und einer Idee begonnen hat, ist heute ein Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern. Um den innovativen Fortschritt der letzten Jahre auch im Erscheinungsbild widerzuspiegeln, hat die Biolytix am Fest vor versammelten Publikum ihre neue Marke enthüllt.

«Das neue Auftreten der Biolytix transportiert das alte Logo in eine neue und digitale Welt. Es steht für die Digitalisierung und Modernisierung des Unternehmens.» sagt Adrian Härri, CEO und Gründer der Biolytix.

Gleichzeitig wurde mit der neuen Marke auch die Webseite der Biolytix neu-lanciert und ein neues Kundenportal für die Kunden angekündigt. Das neue Kundenportal wird im dritten Quartal 2018 ausgewählten Kunden erstmals präsentiert und soll den Datentransfer und die Kommunikation signifikant erleichtern und verbessern.

Verwaltungsratspräsident der Biolytix AG, Christoph Keigel, hat in seiner Ansprache verschiedene Lichtblicke der letzten 20 Jahre der Biolytix hervorgehoben und sich bei der Geschäftsleitung sowie den Mitarbeitern bedankt.

Dr. Remo Ankli, Solothurner Regierungsrat für Bildung und Kultur konnte die Wichtigkeit der KMU-Rolle in der Schweizer Wirtschaft unterstreichen.

Medienanfragen an:

Marco Ferraro
+41 61 725 20 70
marco.ferraro@biolytix.ch

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15. Juni 2018

Biolytix AG feiert am 29. Juni ihr 20-jähriges Jubiläum

Witterswil, 15. Juni 2018 – Mit einem grossen Jubiläumsfest feiert die Biolytix AG, im Technologie Park in Witterswil, am 29. Juni 2018 ihr 20-jähriges Bestehen.

  • Nachweis von gentechnisch veränderte Organismen und Allergenen in Lebensmitteln seit 20 Jahren das Kerngeschäft der Biolytix
  • Rückblick in die Vergangenheit: Pferdefleischskandal im Jahr 2013 und Kurzarbeit
  • Regional und International vernetzt: Vom Schrebergärtner zum internationalen Grosskonzern

Biolytix AG wurde am 29. Juni 1998 in Witterswil gegründet und hat sich in den letzten 20 Geschäftsjahren als Dienstleistungslabor für molekular- und mikrobiologische Analysen national und international einen Namen gemacht. Was mit zwei Mitarbeitern und einer Idee begonnen hat, ist heute ein Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern.

Die Biolytix hat die Serviceleistungen stetig erweitern können. Zum Kerngeschäft gehört weiterhin der Nachweis von GVO (gentechnisch veränderte Organismen) in Lebens- und Futtermitteln, aber auch die Detektion von Allergenen in Nahrungsmitteln. Unter Anderem hat sich Biolytix auf die genetische Speziesidentifikation spezialisiert. So konnte sie während dem Pferdefleischskandal im Jahr 2013 vielen Kunden mit DNA-Analysen unterstützend zur Seite stehen.

«Das Pferdefleischskandal war wirklich eine spannende Zeit für uns. Da konnten wir aus unserem vollen Ehrfahrungsschatz schöpfen und unseren Kunden wirklich helfen. Das wurde auch in den Medien ziemlich breitgetreten» erinnert sich Adrian Härri, CEO und Gründer der Biolytix.

Die negativen Lichtblicke des KMU Daseins

In den letzten zwei Jahrzehnten hat Biolytix nicht nur positive Highlights. Die Aufhebung des Euro Mindestkurs, das Abspringen eines Grosskunden und Veränderungen im Markt haben die Biolytix dazu gezwungen stehts innovativ und flexibel auf die verschiedensten Gegebenheiten zu reagieren.

So musste die Geschäftsleitung der Biolytix im Jahr 2011 mehreren Mitarbeitern kündigen und Kurzarbeit einführen um die schwierige Auftragslage zu kompensieren.

«In den letzten 20 Jahren war nicht immer alles rosig.» erinnert sich Adrian Härri. «Vor sieben Jahren hatten wir schwierige Zeiten. Die Mitglieder der Geschäftsleitung hatten da schon ein paar schlaflose Nächte, aber letztendlich hat uns diese Erfahrung geprägt und uns für die Zukunft gewappnet.»

Regionale Firma mit Internationale Kunden und Projekten

Die Biolytix ist stolz darauf regional, national sowie auch international gut vernetzt zu sein. Biolytix hat schon seit der Gründung eine ungeschriebene Regel, dass kein Kunde zurückgewiesen wird. Wenn ein Gymnasiast eine Abklatschprobe für ein Schulprojekt machen will oder der lokale Rentner die Schrebergartenerde untersuchen will, sucht Biolytix eine Lösung.

Die Kundenfreundlichkeit wird nicht nur von den «kleinen» geschätzt, sondern wird auch von den grösseren Firmen gelobt. So zählt Biolytix mehrere Schweizer SMI Firmen zu ihren Kunden.

Biolytix bietet ihre Dienstleistungen aber auch über die Landesgrenzen aus an. Über 35% des Umsatzes wurden im letzten Jahr ausserhalb der Schweiz generiert. Aufträge aus über dreissig Ländern (von Bangladesch bis Zimbabwe) wurden an die Biolytix in Witterswil geschickt.

Danksagung und Zukunftsaussichten

Dank einem hoch-qualifizierten und motivierten Team konnte sich die Biolytix in den letzten Jahren einen guten Namen über die Landesgrenzen hinaus machen. So werden heute mehr als 30 Prozent des Umsatzes im Ausland erzielt.

Als Dankeschön für den Erfolg der Biolytix werden wir am 29. Juni 2018 mit Mitarbeitern, Kunden, Aktionären und Freunden der Biolytix AG ein rauschendes Jubiläumsfest feiern. Zu den Highlights des Abends werden kurze Ansprachen vom Veraltungspräsidenten Christoph Keigel (Garage Keigel AG), Regierungsrat Dr. Remo Ankli (Vorsteher Departement für Bildung und Kultur) und CEO Adrian Härri sein. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Baselbieter Band “Filet of Soul“.

«Wir schauen auf zwanzig erfolgreiche Jahre zurück und freuen uns dies mit den Mitarbeitern, Kunden und Aktionären feiern zu dürfen. Wir werden aber nicht auf den Lorbeeren ruhen, sondern weiterhin in die Zukunft der Biolytix investieren.» sagt Adrian Härri. «Wir werden auch in den kommenden Jahren auf die Stärken der Biolytix setzen: Auftragsanalytik in bester Qualität, mit technologisch modernsten Geräten und mit einem hohen Grad an individualisierter Beratung zu erbringen».

Medien Anfragen an:

Marco Ferraro
+41 61 725 20 70
marco.ferraro@biolytix.ch

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13. Juni 2018

Ethoxyquin in Fischfutter

Ethoxyquin in Fisch

Ethoxyquin ist ein Antioxidans, das die Oxidation von lipophilen Vitaminen (Carotin, Xanthophylle, Vitamin A und Vitamin E) verzögert. Es wurde häufig zur Konservierung von Fischmehl (insbesondere Futter für Fischfarmen) verwendet. Vor seinem Verbot als Pflanzenschutzmittel wurde Ethoxyquin auch als Nacherntebehandlung gegen Säuren in Äpfeln und Birnen verwendet.

Im Juni 2017 hat die Europäische Kommission mit der Veröffentlichung der Verordnung (EU) 2017/962 die Zulassung für das Antioxidans Ethoxyquin (EQ) als Futtermittelzusatzstoff formell ausgesetzt.

Biolytix kann helfen, die Ethoxyquin-Werte in Fischfutter und Fischfleisch zu überprüfen. Die Nachweisgrenzen sind extrem empfindlich (µg / kg = Parts per Billion)

Nachweisgrenzen

Ethoxyquin + Ethoxyquin-Dimer: 10 µg/kg
BHA (Butylhydroxyanisol / E320):  10 µg/kg
BHT (Butylhydroxytoluol / E321):  10 µg/kg

(Quelle: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32017R0962&fro

Kontaktieren Sie uns heute noch für eine unverbindliche Preisofferte!

24. Mai 2018

In der Gemeinde Liesberg wurde Arsen im Boden gefunden

Arsen Analyse

Gemäss einem Zeitungsartikel in der Basellandschaftlichen Zeitung wurde in der Gemeinde Liesberg Arsen in den Böden gefunden.

Die Behörden warnen vor dem Verzehr und dem Anbau von Gemüse in den betroffenen Gebieten.

„Leider kommt es öfters vor, dass wir schädliche Substanzen im Alltag finden.“ sagt CEO Adrian Härri, „Mit unseren Analysen können wir Gewissheit schaffen.“

Wir unterstützen bei der Bodenanalyse. Wenn Sie Ihren Boden (z.B. Erde, Sand, Schlamm,..), oder auch Gemüse oder Früchte analysieren wollen, senden Sie uns 10 Gramm zu. Das Resultat erhalten Sie in 2-5 Arbeitstagen. Die Kosten dafür sind CHF 60 (exkl. MwSt.).

Bei Fragen sind wir natürlich für Sie da!

Angebot ist bis Ende Juni 2018 gültig.

Kontaktieren Sie uns heute noch!

26. April 2018

Der Frühling ist da, Zeit den Schrebergarten aufzuräumen

Schrebergarten

Der Frühling ist da und der Sommer steht vor der Tür. Zeit, den Schrebergarten aufzuräumen und den ersten Salat und die Karotten zu säen.

Bei der Anwendung von Pestiziden ist aber Vorsicht zu bieten. In der Schweiz werden bis zu 200 Tonnen Pflanzenschutzmittel jährlich zu privaten Zwecken eingesetzt.

„Wir haben schon öfters erhöhte Pestizidwerte und Schwermetalle in regionalen Gärten gemessen.“ sagt CEO Adrian Härri, „Leider ist es den Hobbygärtnern oft nicht bewusst wie viele Schadstoffe sich in ihrem Garten befinden.“

Biolytix analysiert das Gemüse und die Erde auf Pestizide und Schwermetalle (Blei, Cadmium, Kupfer und Zink) um sicherzugehen, dass das harterarbeitete Gemüse ohne Sorge genossen werden kann.

(Quelle: www.zeit.de/2018/16/schrebergaerten-schweiz-umweltschutz)

Kontaktieren Sie uns heute noch!

13. April 2018

Dentalytix - Teil der Biolytix

Dentalytix - Now part of Biolytix

Es freut uns anzukündigen, dass per 1. April 2018 das Dentalytix Geschäft von Prochema AG, Allschwil, an die Biolytix AG übergegangen ist.

Als regionales ISO17025 akkreditiertes Dienstleistungslabor hat sich Biolytix in den letzten 20 Jahren in der Schweiz im Bereich der Molekular- und Mikrobiologieanalysen etabliert. Vor allem in der Hygienekontrolle hat Biolytix sehr viel Erfahrung.

„Dentalytix wurde von Prochema professionell geführt und aufgebaut. Wir freuen uns die gute Arbeit weiterzuführen und das Dienstleistungsangebot für die Kunden zu erweitern“, sagte Adrian Härri, CEO.

Wir freuen uns in Zukunft das Hygienemonitoring in Zahnarztpraxen unter dem Geschäftsbereich Dentalytix anzubieten. Es wird nicht nur die fachgerechte Reinigung von Oberflächen und Geräten geprüft, sondern auch die Wasserqualität und der Hygienestatus der Hände des Personals getestet.

14. August 2017

"Giftspuren im Biolachs" Biolytix Zitiert im Tages-Anzeiger

Adrian Härri, Chef von Biolytix, einem Unternehmen, das molekularbiologische und mikrobiologische Analysen durchführt, weist das Gift in Biofischen immer wieder nach.

«Wir hatten noch nie eine Probe, die kein Ethoxyquin enthielt», sagt Härri. Wer meint, dass der Bioräucherlachs beim Grossverteiler seines Vertrauens frei von Pestiziden ist, liegt falsch. «Eigentlich werden Konsumenten mit dem Biolabel getäuscht», sagt Härri.

Hier zum Artikel

11. Mai 2017

GVO Petunien auf dem Markt!

Evira (Finnische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat am 27.04.2017 auf ihrer Internetseite veröffentlicht, dass in Petunien gentechnische Veränderungen nachgewiesen werden konnten. Es handelte sich dabei um Petunien mit orangefarbenen Blüten, die in Finnland unter den Handelsnamen Pegasus Orange Morn, Pegasus Orange, Pegasus Table Orange, Potunia Plus Papaya, Go!Tunia Orange, Bonnie Orange, Sanguna Patio Salmon und Sanguna Salmon vermarktet werden.

Die Biolytix AG ist ab sofort im Stande, entsprechende Analysen zur Prüfung auf GVO-Petunien in ihrem ISO 17025 akkreditierten Labor vorzunehmen. Alles was es dazu braucht, sind 10 g Pflanzenmaterial. Neben Pflanzenteilen kann auch Saatgut untersucht werden, um festzustellen, ob die entsprechenden GVO-Marker nachweisbar sind. Die Analyse wird in 2-5 Arbeitstagen für 162 CHF durchgeführt. Expressanalysen sind nach Absprache innerhalb von 24 h oder als innerhalb von 8 Arbeitsstunden Superexpressanalysen möglich.

Angebot bis Ende Dezember 2017 gültig.

Melden Sie sich bei Fragen.

14. Januar 2016

Bakterien: Biolytix im SRF 1 "Einstein"

Einstein Biolytix Video

Am 14 Januar 2016 war Biolytix als Bakterienexperte bei der Fernsehsendung Einstein dabei. (Biolytix Einsatz von Min. 04:34)

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